Uni-Siegen
14. März 2017Grundlagen der Erzähltheorie angewandt am Bsp ausgewählter Erwachsenen und Kinder Jugendromane
Die Methoden der Analyse u. Interpretation literarischer Texte im Deutschunterricht entsprechen – wie leider immer wieder konstatiert werden muss – oftmals nicht dem gegenwärtigen Stand der Literaturwissenschaft/-didaktik. Im Gegenteil: Die Textinterpretation hängt häufig stark von den individuellen Ideen u. Positionen...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Methoden der Analyse u. Interpretation literarischer Texte im Deutschunterricht entsprechen – wie leider immer wieder konstatiert werden muss – oftmals nicht dem gegenwärtigen Stand der Literaturwissenschaft/-didaktik. Im Gegenteil: Die Textinterpretation hängt häufig stark von den individuellen Ideen u. Positionen der Lehrkraft ab; zudem wird im Rahmen der Erstellung des sogenannten -Erwartungshorizonts- meistens – zwangsläufig – dem Irrglauben an die Existenz einer stets eindeutigen Autorintention 'gehuldigt'; eine Nutzung der Methoden der Textanalyse und -interpretation, über deren Nützlichkeit in der Literaturwissenschaft ein gewisser Konsens herrscht, findet dagegen in wünschensweiter Weise i.d.R. leider nicht statt. Das Seminar möchte daher – unter anderem anhand literaturwissenschaftl. etablierter Theorien und Analyseverfahren (v.a. Erzähltheorie) – einige Prosawerke untersuchen, und zwar einen Text (oder zwei Texte) aus dem Bereich der Kinder u. Jugendliteratur sowie ein Werk (oder zwei Werke) aus dem Bereich der 'Erwachsenenliteratur'; die Auswahl wird in der ersten Sitzung gemeinsam mit dem Dozenten vorgenommen.
Die Studierenden sollen im Seminar einige Grundlagen der Untersuchung von Erzähl- bzw. Prosatexten kennenlernen, um sie – vor allem nach dem Studium – zu einer skeptischen Haltung gegenüber zweifelhaften Interpretationshilfen zu bewegen und zur Entwicklung eigener, fachwissenschaftlich akzeptabler Formen des Umgangs mit literarischen Texten zu ermutigen. Des Weiteren soll auch darüber reflektiert werden, inwieweit die literaturwissenschaftlichen und -didaktischen Erkenntnisse in der Schule umsetzbar sind. Außerdem geht es darum, (nicht zuletzt anhand der Ergebnisse der erzähltheoretischen Analysen) zu zeigen, dass der kanonische Rang literar. Texte oft auf willkürlichen gesellschaftlichen Konstruktionen beruht und über ihre poetische -Qualität- nur wenig aussagt.
Erwartet wird die Bereitschaft zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen, die eine Seminarsitzung vorstrukturieren und durchführen; es geht dabei NICHT um Gruppenreferate, sondern um die Gestaltung eines Seminarprozesses, der das Plenum aktiv einbezieht. Der Erwerb von 2- und 4-KP-Scheinen ist möglich; Genaueres hierzu wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Es wird außerdem erwartet, dass die ausgewählten Texte zuvor gelesen werden; nach 6 oder 7 Wochen wird die grobe Textkenntnis anhand einer kurzen Textkenntnisklausur überprüft!
Germanistik - Literaturdidaktik I
Universität Siegen
20141 SoSe 2014
Dr.
Diller Axel