Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Amnesia o recuperación de la historia Literatur und Film in Spanien nach der Diktatur
Nach der Phase der Transición von der Diktatur zur Demokratie setzte in Spanien eine hitzige politische Debatte ein, in der es um das Vergessen (amnesia histórica) und um die Wiedererlangung der Erinnerung (recuperación de la memoria) an die vordemokratische Geschichte...
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Jetzt Lernplan erstellenNach der Phase der Transición von der Diktatur zur Demokratie setzte in Spanien eine hitzige politische Debatte ein, in der es um das Vergessen (amnesia histórica) und um die Wiedererlangung der Erinnerung (recuperación de la memoria) an die vordemokratische Geschichte Spaniens ging, insbesondere an die Zeit des Bürgerkriegs. In unserem Seminar wollen wir herausragende Werke der Gegenwartsliteratur behandeln, die sich mit diesem Thema befassen. Einerseits knüpfen die Werke oft an authentifizierte historische Begebenheiten an, anderesreits weNach der Phase der Transición von der Diktatur zur Demokratie setzte in Spanien eine hitzige politische Debatte ein, in der es um das Vergessen (amnesia histórica) und um die Wiedererlangung der Erinnerung (recuperación de la memoria) an die vordemokratische Geschichte Spaniens ging, insbesondere an die Zeit des Bürgerkriegs. In unserem Seminar wollen wir herausragende Werke der Gegenwartsliteratur behandeln, die sich mit diesem Thema befassen. Einerseits knüpfen die Werke oft an authentifizierte historische Begebenheiten an, anderesreits werden diese historische Begebenheiten stark fikitonalisiert. Auf dem Programm stehen zum einen das Drama ¡Ay, Carmela! (Uraufführung 1987) von José Sanchis Sinisterra, dann La larga marcha (1997) von Rafael Chirbes sowie Soldados de Salamina von Javier Cercas (2001). Ergänzend zu den literarischen Zeugnissen sollen auch einige Filme besprochen werden, nämlich die relativ freie Filmfassung von ¡Ay, Carmela! durch Carlos Saura, aber auch der mehrfach preisgekrönte Film La Belle Époque (1992) von Fernando Trueba, welcher den Übergang von der Diktatur unter Primo de Rivera zur Segunda República zeichnet, und schließlich die ebenfalls in zentralen Merkmalen abweichende Filmfassung von Soldados de Salamina von David Trueba. Zuletzt werden wir uns mit Cercas' jüngstem Werk Las leyes de la frontera (2012) befassen, einem Erinnerungsroman der besonderen Art, insofern er gegen das Vergessen der Opfer der Transición-Jahre (Drogentote, Aidskranke) kämpft. Es wird um Anschaffung und aufmerksame Lektüre der genannten Bücher gebeten (Sanchis Sinisterra: ¡Ay, Carmela!; Chirbes: La larga marcha; Soldados de Salamina; Cercas: Las leyes de la frontera).
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
LMU München
WiSe 1415
Prof.Dr.
Teuber Bernhard