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Uni-München
14. März 2017

Hauptseminar Bibelepik von 1450-1750

Die Gattung der Bibelepik entsteht in der Spätantike in Konkurrenz zur klassischen Epik des Vergil, Lucan, Ovid u.a. Sie übernimmt deren Poetik, ersetzt aber die

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Die Gattung der Bibelepik entsteht in der Spätantike in Konkurrenz zur klassischen Epik des Vergil, Lucan, Ovid u.a. Sie übernimmt deren Poetik, ersetzt aber die 'heidnisch'-mythologischen Gegenstände durch christliche (Iuvencus, Sedulius, Arator). Die frühmittelalterliche volkssprachliche Bibeldichtung des 9. Jahrhunderts setzt neu ein; sie will christliche Verkündigung in anspruchsvoller, doch heimischer Tradition folgender poetischer Form an ein lateinunkundiges Publikum vermitteln. Mit ihr – dem -Heliand-, dem Evangelienbuch Otfrids von Weißenburg und anderen mittelalterlichen Beispielen wird das Seminar einsetzen. Diese Tradition bricht mit der Wiederentdeckung der Antike in der Renaissance ab. Bibelepik scheint jetzt die Gattung, in der dank ihrem christlichen Stoff die antiken Klassiker übertrumpft werden können. Lateinische und volkssprachliche Beispiele (Jacopo Sannazaro, Hieronymus Vida, Nicodemus Frischlin) sollen in Auszügen vorgestellt werden. Im 17. Jahrhundert gilt die Bibel als würdigster Stoff volkssprachiger Epik (T. Hübner, Gryphius u.a.). Im 18. Jh. gibt die Rezeption des Renaissanceepos sowie der jüngeren italienischen und englischen Bibeldichtung (Giambatista Marino, John Miltons -Paradise Lost-) der deutschsprachigen Dichtung Impulse, denen die Patriarchaden von J. J. Bodmer und anderen Autoren seines Umkreises und vor allem Klopstocks -Messias- (seit 1748) ihre Entstehung verdanken. − Das Seminar findet 14-tägig statt. Zur ersten Einführung sei empfohlen: Max Wehrli: Sacra Poesis. Bibelepik als europäische Tradition. In: Die Wissenschaft von deutscher Sprache und Dichtung. FS Friedrich Maurer. Stuttgart 1963, S. 262-283. – Ralf Georg Czapla: Das Bibelepos in der Frühen Neuzeit. Zur deutschen Geschichte einer europäischen Gattung. Berlin / Biston 2013 (Frühe Neuzeit Bd. 165). Müller, Jan-Dirk , Prof. Dr. Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (2010): Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG: Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs: Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München WiSe 1617 Prof.Dr. Vollhardt Friedrich