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Uni-München
14. März 2017

Hauptseminar Das Buch als Ereignis Inszenierung und Experiment Die Andere Bibliothek 1985 ff Buwi Materialität des Buchs

Eine Buchreihe, die sich mittlerweile 30 Jahre am Markt behauptet hat, muss ihre besonderen Qualitäten haben. Als 1984 der Autor Hans Magnus Enzensberger und der Hersteller und Verleger Franz Greno die -Die Andere Bibliothek- begründeten (der erste Band erschien im...

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Eine Buchreihe, die sich mittlerweile 30 Jahre am Markt behauptet hat, muss ihre besonderen Qualitäten haben. Als 1984 der Autor Hans Magnus Enzensberger und der Hersteller und Verleger Franz Greno die -Die Andere Bibliothek- begründeten (der erste Band erschien im Januar 1985, seitdem monatlich jeweils ein Band), war dieser Erfolg freilich noch nicht absehbar. Dass sich die wagemutigen Initiatoren gerade der Idee des ‚schönen' – des schön, funktional und individuell ausgestatteten, experimentierfreudigen und inhaltlich nach allen Seiten unprogrammatisch offenen (Motto: -Wir drucken nur Bücher, die wir selber lesen möchten-) Buchs verschrieben haben – war jedoch aus der historischen Situation heraus nur allzu verständlich: In einer Phase der Verlagskonzentration, der immer größeren Bücherproduktion und des wachsenden Verfalls der Ausstattungsqualität und damit der Buchkultur: -Von Ausnahmen in Museen und Liebhaber-Werkstätten abgesehen, ist der Buchdruck aus den Betrieben des graphischen Gewerbes verschwunden. Und weltweit gibt es neben der ANDEREN BIBLIOTHEK keine andere große Buchreihe mehr, die unter den Händen fachkundiger, ambitionierter Schriftsetzer und Drucker im Buchdruck entsteht.- Dieses Credo von 1985 ist bis heute gültig geblieben, und die -Andere Bibliothek- hat sich, trotz aller ökonomischen und sonstigen Schwierigkeiten (Umstellung von Blei- auf Computersatz, Herausgeberwechsel, Verlagswechsel) behauptet. Sie ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Buchkultur der letzten Jahrzehnte, man wird ihr sogar nachhaltigen Einfluss auf eine veränderte Wahrnehmung des Buchs und der Buchästhetik und auf das in den letzten zwei Jahrzehnten wieder gestiegene buchgestalterische Anspruchsdenken in einer Reihe von Verlagen zuschreiben können. Im Seminar soll diese Buchreihe in allen ihren Facetten beschrieben und in ihrer Bedeutung und ihren Wirkungen analysiert werden: Historische Vorbilder und Einflüsse, inhaltliches Programm, literarische Experimente und Novitäten (z.B. Chr. Ransmayr und W. G. Sebald), konstante und variable Gestaltungselemente, Typografie, Einbände, begleitende Werbung und die mediale Inszenierung sowie die Distribution. Unabhängig von diesem Seminar findet ein Praxisseminar zur -Anderen Bibliothek- statt (Do 16-18), in dem v.a. das Konzept einer Ausstellung in der UB München erarbeitet werden soll. Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (2010): Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG: Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs: Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG: Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München SoSe 2015 PD Dr. Haefs Wilhelm