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14. März 2017Hauptseminar Das Ideal der Gleichheit in Geschichte und Gesellschaft Chinas P3.1 WP5.1
Hauptseminar: Das Ideal der Gleichheit in Geschichte und Gesellschaft Chinas 2 Stunden, Donnerstag 12-14, E03 (14.4.-14.7.) Soziale Ungleichheit und Geerechtigkeit gehören zu den aktuellen Themen moderner Gesellschaften und sind gleichfalls Gegenstand des gegenwärtigen politischen und sozialen Diskurses der modernen Gesellschaft...
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Das Ideal der Gleichheit in Geschichte und Gesellschaft Chinas
2 Stunden, Donnerstag 12-14, E03 (14.4.-14.7.)
Soziale Ungleichheit und Geerechtigkeit gehören zu den aktuellen Themen moderner Gesellschaften und sind gleichfalls Gegenstand des gegenwärtigen politischen und sozialen Diskurses der modernen Gesellschaft in China. Wunsch und Forderung nach Gleichheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit zeichnen sich dabei als bedeutende Kräfte aus, die Erneuerung und Entwicklung der chinesischen Gesellschaft vorgeben.
Doch in welche Richtung soll diese Entwicklung gehen? Welchen Weg soll sie einschlagen? Wie soll sich eine moderne chinesische auf soziale Gleichheit basierende Gesellschaft von den Vorstellungen der egalitären Gleichheit des Kommunismus unterscheiden, und wie von westlich liberalen Konzeptionen? Gibt es einen dritten Weg? Und bietet vielleicht gerade die Ideengeschichte Chinas das Reservoir, aus denen dieser sich entwickeln kann?
Vor hundert Jahren jedoch was der Diskurs der Moderne anders: Mit allem anderen als mit Ideen von Gleichheit und Freiheit wurde die chinesische Tradition identifiziert. Sie stand vielmehr für Hierarchien, Ungleichheit und Rückständigkeit. Und diese Tradition soll nun Grundlage von Gleichheitskonzeptionen der Moderne sein?
Doch in der Tat zeigt sich der abfällige Blick des frühen 20. Jh.s auf die chinesische Tradition als sehr einseitig. Tatsächlich haben sich zahlreiche einflussreiche Denker mit dem Thema von Gleichheit und Gerechtigkeit befasst. Wie kann es nun dazu kommen, dass so ein pauschales Urteil gefällt werden konnte? Und doch bleibt auf der anderen Seite der Zweifel an dem Glaube der Reform durch die Tradition bestehen. Prägen nicht doch ganz andere Ideen eine moderne Gesellschaft? Kann man den traditionellen Konzeptionen wirklich Vertrauen in ihr Reformpotential geben?
Das Seminar nähert sich diesen Diskussionen aus einer zweifachen Perspektive. Eine ideengeschichtliche Betrachtung fragt nach der Idee der Gleichheit in der chinesischen Philosophiegeschichte und Gesellschaft:
- Welche Konzeptionen von Gleichheit und Ungleichheit haben Philosophie und Sozialethik in China hervorgebracht?
- Welche Bedeutung hatten diese Konzeptionen für die Struktur der traditionellen Gesellschaft?
- Welche Bedeutung besitzen sie für den Diskurs der Gleichheit in der Gegenwart?
Daneben wird in einer sozialwissenschaftlichen Perspektive der Diskurs der Gleichheit in der Moderne in Blick genommen:
- Welche Formen von sozialer Ungleichheit werden festgestellt und kritisiert? Welche Forderungen werden erhoben?
- Welchen Bedingungen ist der Diskurs der Gleichheit unterworfen?
- An welche Formen lehnt er sich an? Und auf welche ideellen Grundlagen kann er sich stützen?
Das Seminar richtet sich an Studierende mit Sprachkenntnissen entweder im modernen oder im klassischen Chinesisch, die ausreichend sind für eine erste Erfassung von nicht allzu schwierigen chinesischen Texten (dem Schwierigkeitsgrad nach vergleichbar mit einem einfachen Zeitungsartikeln im modernen Chinesisch).
Eine Referats- und Lektüreliste wird den Teilnehmern zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt. Eine Einführung in die philosophische, politische und sozialethische Fassung des Begriffs der Gleichheit gibt Gosepath, Stefan, -Equality-, abrufbar auf der Webseite der The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Spring 2011 Edition), hg. v. Edward N. Zalta, unter der URL:
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SoSe 2016
Department für Asienstudien