Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar Das koloniale Nordamerika

In den letzten Jahren hat eine grundlegende Transformation in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der amerikanischen Kolonialzeit stattgefunden: der teleologische Blick auf die Keime der nationalstaatlichen Entwicklung der USA als Nation ist der differenzierteren Betrachtung der Dynamiken und Interaktionen vielfältiger kolonialer...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
In den letzten Jahren hat eine grundlegende Transformation in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der amerikanischen Kolonialzeit stattgefunden: der teleologische Blick auf die Keime der nationalstaatlichen Entwicklung der USA als Nation ist der differenzierteren Betrachtung der Dynamiken und Interaktionen vielfältiger kolonialer Gesellschaften gewichen. Von zentraler Bedeutung ist dabei einerseits die neue Betrachtung der indigenen Völker als historical agents und nicht nur als Fortschrittshindernisse oder bedauernswerte Opfer, sowie das Paradigma der atlantischen Welt, in welchem einzelne koloniale Gesellschaften in das komplexe Netzwerk aus Migration, Handel, Politik, Krieg und Kulturaustausch gestellt werden, das Westeuropa, West-Afrika, sowie Nord- und Südamerika (inkl. Karibik) umfasst. Zudem ist auch die Kolonialgeschichte stark von den analytischen Kategorien race/class/gender geprägt worden, woraus sich insgesamt ein hochkomplexes Bild ergibt, dass sich großangelegten Synthesen verweigert. Dieses Hauptseminar (für MA Westeuropa oder Geschichte, Diplom u. Magister Hauptstudium, L3 Englisch) greift zentrale Themen der neueren kolonialen Historiographie heraus und lädt dazu ein, daran die Möglichkeiten und Probleme der neuen Theorien und Modelle zu diskutieren. Vorgesehen sind u.a.: Amerikabilder Der atlantische Sklavenhandel Europäische Großmachtpolitik auf amerikanischem Boden Der Transfer politischer Ideen Indianer als Heiden, Feinde, Handels- und Bündnispartner. Koloniale Kulturen: das britische, französische und spanische Nordamerika Das Seminar wird von einer E-Learning Plattform begleitet (www.occo-uni-kassel.de) auf der Texte und Materialien zur Verfügung stehen, sowie Diskussionsforen, Übungen u.a. eingerichtet werden. Nach Anmeldung auf Occo brauchen Sie einen Zugangscode für das Seminar, den Sie bei mir per e-mail Anfrage erhalten können. Bitte beachten Sie, dass dieses Seminar auf 25 Teilnehmer begrenzt ist. Gute Englischkenntnisse sind Grundvoraussetzung, ebenso Grundkenntnisse europäischer oder amerikanischer Geschichte. Unterrichtssprache vorwiegend Englisch. Vorbereitende Lektüre (verfügbar in OCCO oder im Copy-Shop Wiso-Pool, Nora-Platiel Str.): Gordon S. Wood, „The Relevance and Irrelevance of Colonial America,“ Imagined Histories. American Historians Interpret the Past, ed. Anthony Molo, Gordon S. Wood (Princeton, NJ: Princeton University Press, 1998) 144-163 Nicholas Canny, “Writing Atlantic History; or, Reconfiguring the History of Colonial British America,” The Journal of American History Vol. 86, Issue 3, online at: http://www.historycooperative.org/journals/jah/86.3/canny.html Alison Games, “Introduction, Definition, Historiography: What is Atlantic History?,” OAH Magazine of History 18.3 (2004) 3-8. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WS 2006/2007 Geschichte FB 05 Gesellschaftswissenschaften Dr. Clark Thomas