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Uni-München
14. März 2017

Hauptseminar Deleuze 8222 Die Falte 8220

Gilles Deleuzes 1988 erschienene Studie Le pli. Leibniz et le baroque (Die Falte. Leibniz und der Barock. Übers. v. Ulrich Johannes Schneider 2000) stellt ähnlich wie Walter Benjamins Trauerspielbuch einen Versuch dar, das Barock zum Ausgangspunkt einer ästhetischen Reflexion der...

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Gilles Deleuzes 1988 erschienene Studie Le pli. Leibniz et le baroque (Die Falte. Leibniz und der Barock. Übers. v. Ulrich Johannes Schneider 2000) stellt ähnlich wie Walter Benjamins Trauerspielbuch einen Versuch dar, das Barock zum Ausgangspunkt einer ästhetischen Reflexion der eigenen Gegenwart zu machen. Wie Benjamin die Allegorie (oder auch die Ruine) stellt Deleuze die Falte ins Zentrum seiner Reflexion: -Le trait du Baroque, c’est le pli qui va à l’infini.- (-Die ins Unendliche gehende Falte ist das Charakteristikum des Barock-). Sein Konzept der Falte entlehnt Deleuze dabei den Schriften von G. W. Leibniz. -Pli- und -repli-, Falte und Faltung beziehen sich hier wie bei Deleuze nicht nur auf konkrete stoffliche Falten (etwa die Kleiderfalte), sondern genauso auf mathematische Operationen und Faltungen des Raumes und der Seele. Das ganze Universum ist, so Leibniz, -wie eine Tunica mannigfaltig gefaltet-. Für Deleuze trägt da ins -Unendliche gehen- dieser Falten zu einem enthierarchisierten, von Multiplikationen und Korrespondenzen geprägten Weltbild bei. Er bietet damit sein Verständnis des Barocken einer Übertragung auf gegenwärtige Positionen des Neobarocken an. Die Lektüre von Deleuze Le pli wird im Zentrum des Seminars stehen. Um diesen schwierigen Text besser zu verstehen, werden wir seine theoretischen Quellen, allen voran Leibniz, aber auch Descartes, Wölfflin und Benjamin, sowie seine ästhetischen Beispiele, etwa von Bernini, El Greco u. Tintoretto, aber auch von Mallarmé, miteinbeziehen. Dabei interessiert uns insbesondere, wie Deleuzes Konzept der Falte literaturwissenschaftlich fruchtbar gemacht werden kann. Können bestimmte literarische Formen, etwa der Vers, die Allegorie oder die Aufzählung, als Falten oder Faltungen verstanden werden? Für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit anspruchsvollen theoretischen Texten unumgänglich; am besten lesen sie ein wenig in Deleuzes Buch und entscheiden sich so, ob Sie Interesse haben, sich damit intensiver auseinander zu setzen. Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen. ECTS: MA: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet/ mit Essays od. Referat, unbenotet) MA NF: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet) MA Profilbereich: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet) Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER: Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München SoSe 2015 Dr. Schumm Johanna