Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Der Star vor Goethe Christian Fürchtegott Gellert
Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) ist einer der bekanntesten und populärsten deutschsprachigen Autoren des 18. Jahrhunderts und gilt bis zum Ersten Weltkrieg als -der neben Friedrich Schiller bedeutendste Nationaldichter- (S. Singh). Seine Fabeln und Erzählungen gelten als das nach der Bibel...
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Jetzt Lernplan erstellenChristian Fürchtegott Gellert (1715-1769) ist einer der bekanntesten und populärsten deutschsprachigen Autoren des 18. Jahrhunderts und gilt bis zum Ersten Weltkrieg als -der neben Friedrich Schiller bedeutendste Nationaldichter- (S. Singh). Seine Fabeln und Erzählungen gelten als das nach der Bibel meistgelesene Buch des 18. Jahrhunderts. Die moralphilosophischen Vorträge des berühmten und hoch geachteten Leipziger Hochschullehrers ziehen Studenten aus ganz Europa an. Er schreibt Lustspiele, Abhandlungen, Gedichte, Lieder, Oden und den ersten als ‚empfindsam' geltenden Roman Leben der Schwedischen Gräfin von G* (1747/48). Er revolutioniert die Briefkultur und –theorie seiner Zeit.
Nach seiner Beerdigung auf dem Johannisfriedhof in Leipzig war der Andrang der Trauernden so groß, dass die Stadt den Besuch seines Grabs per Verordnung verbot.
Gellert prägte den Literatur-, Kultur- und Wissenschaftsbetrieb seiner Zeit maßgeblich - und wird dennoch heute kaum wahrgenommen. Der Grund ist eine wirksame Rezeptionslenkung: Dem auf die ‚Gellertzeit' folgenden Sturm und Drang, auch dem jungen Goethe, erschien Gellert als mediokrer Schriftsteller, dessen zweck- und regelorientiertes aufklärerisches Kunstprogramm, das - immer noch - Literatur, Moral und Gelehrsamkeit verband, vor der nun geltenden Genieästhetik nicht bestehen konnte.
Die Forschung hat Gellert inzwischen wiederentdeckt, ihn neu ediert und diskutiert. Das Seminar widmet sich dem Ereignis Gellert in allen Facetten:
Fabeln und Erzählungen (1746/48)
Leben der Schwedischen Gräfin von G*** (1747/48) (Reclam)
Die zärtlichen Schwestern (1747) (Reclam)
Pro comoedia commovente (1751, Reclam, in ‚Die zärtlichen Schwestern')
eventuell: Das Loos in der Lotterie (1746)
Gedanken an einen guten deutschen Briefe, an den Herrn F.H. von W. (1742)
Briefe, nebst einer praktischen Abhandlung von dem guten Geschmacke in Briefen (1751); Briefwechsel mit Caroline Lucius
Moralische Vorlesungen (1770) (1., 2., 5., 9. Vorlesung)
Leistungsnachweis:
Hausarbeit oder Kolloquium
Bitte anschaffen:
Die zärtlichen Schwestern (inkl. die Lustspielabhandlung),
Fabeln und Erzählungen
Leben der Schwedischen Gräfin von G***, alle Reclam.
Das Material zur Brieftheorie, zum Briefwechsel und zu den Moralischen Vorlesungen wird über Moodle zur Verfügung gestellt.
Verbindliche Gellert-Zitiergrundlage sind immer die Gesammelten Schriften, hg. von Bernd Witte u.a. Berlin, New York: de Gruyter (7 Bde., 1988ff.), sowie C.F. Gellerts Briefwechsel, hg. von John F. Reynolds (5 Bde., 1983 ff.), ebenfalls de Gruyter.
Zur Einführung ins Thema sind zu empfehlen:
Sikander Singh: Christian Fürchtegott Gellert. Hannover: Wehrhahn 2010.
Bernd Witte (Hg): -Ein Lehrer der ganzen Nation-. Leben und Werk Christian Fürchtegott Gellerts. München: Fink 1990.
Bemerkung
LitWiss
Leistungsnachweis
Hausarbeit oder Kolloquium
FB 02 Institut für Germanistik
Hausarbeit oder Kolloquium
Uni Kassel
WiSe 2011/12
Germanistik/Deutsch
Deutsch Zweitfach
Prof. Dr.
Roßbach Nikola