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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar BBM 4d BM IV 4 Sind wir nicht alle ein bißchen DADA Vertonte Poesie

Christian Morgenstern hat mit -Das große Lalula- wohl eines der bekanntesten Lautgedichte der Moderne geschaffen. Dadaistische Lautgedichte von Hugo Ball, Kurt Schwitters, Hans Arp u.a. begeistern bis heute Zuhörer. Diese Tradition des sprachspielerischen und experimentellen Umgangs mit Sprache und Text...

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Christian Morgenstern hat mit -Das große Lalula- wohl eines der bekanntesten Lautgedichte der Moderne geschaffen. Dadaistische Lautgedichte von Hugo Ball, Kurt Schwitters, Hans Arp u.a. begeistern bis heute Zuhörer. Diese Tradition des sprachspielerischen und experimentellen Umgangs mit Sprache und Text wird in der Konkreten Poesie in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts fortgesetzt. Ernst Jandl zählt hier zu den Klassikern dieser Richtung. Konkrete Poesie setzt einen extensiven Literaturbegriff voraus, mit dem alles in einer bestimmten Form Geschriebene oder akustisch Übermittelte erfasst werden kann. Die traditionelle Gattungseinteilung in Epik, Lyrik, Dramatik wird dabei 'vollends zu Schrott', wie Franz Mon es einmal formuliert hat. Aus den literarischen Experimenten des Dadaismus und der Konkreten Poesie hat sich auch eine neue Hörspiel-Form entwickelt: Kollage statt Raum-Zeit-Kontinuum und Handlungsfolge. Sprachliche Einheiten werden sowohl aus dem konventionellen Verwendungszusammenhang gelöst (anti-pragmatisch) als auch unabhängig von bestehenden syntaktischen Regeln neu kombiniert (anti-grammatisch). Dadurch werden Inhalte auf Andeutungen reduziert, Artikulation und Sprechgestaltung treten bei der Sinnkonstitution in den Vordergrund und bilden musikalische Strukturen. Sprechkollagen schaffen Sprach- und Sprechbewusstsein, Stimmen und Klangkulissen werden zu einem gemeinsamen Sprech-Denk-Spiel mit dem Hörer und bieten zugleich ästhetischen Genuss. Sie haben Lust, sich mit verschiedenen Positionen und Beispielen aus dem Dadaismus und der Konkreten Poesie zu beschäftigen und selbst in kleinen Projektgruppen eigene Sprechkollagen zu erarbeiten und zu gestalten? Sie sind dabei sowohl an der konzeptionellen Arbeit als auch an der künstlerischen und technischen Umsetzung interessiert? Sie können sich vorstellen am Ende des Semesters eine öffentliche Performance zu organisieren? Dann sind Sie herzlich eingeladen, Ihren Teil zum Gelingen eines kreativen Projekts beizutragen! Germanistik (BA, PO 2013) Kernfach Ihre Teilnahme an der ersten Sitzung ist zwecks Planung unerlässlich. Bitte berücksichtigen Sie, dass zugelassene Plätze bei Nichterscheinen verfallen! Die Bereitschaft und Möglichkeit zur Arbeit in einer Projektgruppe (auch außerhalb der regulären Seminarzeit) ist Voraussetzung für den Besuch des Seminars! Ansonsten gilt: seien Sie offen für Neues! Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Hauch Hanna Isabell