Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Die Märchen der Dorothea Viehmann
Dorothea Viehmann, die von den Brüdern Grimm zur hessischen Märchenfrau stilisierte Nachfahrin hugenottischer Einwanderer und Tochter eines Gastwirts aus Rengershausen, trug ab 1813 zu den -Kinder- und Hausmärchen- (KHM) mindestens 36 Märchen bei. Im Vorwort zur Ausgabe von 1819 teilte...
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Jetzt Lernplan erstellenDorothea Viehmann, die von den Brüdern Grimm zur hessischen Märchenfrau stilisierte Nachfahrin hugenottischer Einwanderer und Tochter eines Gastwirts aus Rengershausen, trug ab 1813 zu den -Kinder- und Hausmärchen- (KHM) mindestens 36 Märchen bei. Im Vorwort zur Ausgabe von 1819 teilte Wilhelm Grimm über die Erzählweise von Dorothea Viehmann mit, dass -sie immer bei der Erzählung blieb und auf ihre Richtigkeit eifrig war; sie änderte niemals bei einer Wiederholung etwas in der Sache ab und besserte ein Versehen, sobald sie es bemerkte.- Im Zusammenhang mit den von der Forschung herausgearbeiteten mannigfachen stilistischen Umformungen der KHM interessiert uns im Seminar, ob und inwieweit auch die Märchen der Viehmann im Laufe der Ausgabengeschichte einer Umformung unterworfen waren, welcher Art solche Veränderungen waren und in welchem Verhältnis sie zu denen anderer Märchen stehen. Am Ende steht die Frage, wie es um die im Vorwort herausgestellte Authentizität bei der Wiedergabe der Viehmannschen Märchen wirklich bestellt ist.
Die Annäherung an die 36 Märchen von Dorothea Viehmann erfolgt jedoch auch auf andere Weise. Interessant wären beispielsweise auch die Untersuchung der Einflüsse und fremdländischen Motive und Traditionen in diesen Märchen sowie typologische Untersuchungen.
Methodisch soll das Seminar so vollzogen werden, dass nach einer Einführungsphase die Teilnehmer/-innen jeweils ein (bzw. bei geringer Teilnehmerzahl mehrere) Märchen betreuen und die verschiedenen Aspekte zur jeweiligen Seminarsitzung nur für dieses Märchen untersuchen. Um dieses Vorhaben zu bewältigen, muss die Teilnahme am Seminar die Bereitschaft voraussetzen, auch umfangreichere Recherchen zu den jeweiligen Märchen vorzunehmen.
In der ersten Sitzung wird eine Literaturliste ausgegeben.
Bemerkung
LitWiss
FB 02 Institut für Germanistik
Uni Kassel
SoSe 2012
Germanistik/Deutsch
Deutsch
Prof. Dr.
Ehrhardt Holger