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14. März 2017Vergas Mastro don Gesualdo als Paradigma des unglücklichen sozialen Aufsteigers im Vergleich mit J Carews Black Midas
Don Gesualdo – Black Midas Mit dem Roman -Mastro don Gesualdo- zeichnete 1889 der italienische Schriftsteller Giovanni Verga den wirtschaftlichen Aufstieg von der Armut bis zum höchsten sozialen Stand eines sizilianischen Arbeiters. Sein durch Fleiß und Geschicklichkeit erworbener Reichtum wird...
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Jetzt Lernplan erstellenDon Gesualdo – Black Midas Mit dem Roman -Mastro don Gesualdo- zeichnete 1889 der italienische Schriftsteller Giovanni Verga den wirtschaftlichen Aufstieg von der Armut bis zum höchsten sozialen Stand eines sizilianischen Arbeiters. Sein durch Fleiß und Geschicklichkeit erworbener Reichtum wird Don Gesualdo die Ehe mit einer verarmten Adligen zwar ermöglichen, dauerhaftes Glück und Ruhe werden ihm jedoch vom Leben verwehrt. Denn die Sorge, das erworbene Vermögen aufrecht zu erhalten, wird ihn Tag für Tag zerfressen und die Oberschicht wird ihn sozial nie wie einen Ebenbürtigen akzeptieren, sondern immer als einen letztlich fremd Gebliebenen behandeln. Schließlich wird er in der Großstadt Palermo im Palast der eigenen Tochter völlig vereinsamt sterben.
Eine verblüffend ähnliche Peripetie vom sozialen Aufstieg zum menschlichen Fall hat der karibische Schriftsteller Jan R. Carew 1958 beschrieben. Ähnlich wie Mastro-Don Gesualdo, der wie seine Anrede zeigt, zur Hälfte Handwerker, zur Hälfte Großgrundbesitzer bleibt, ist der schwarze Aron Smart weder ein ungeschulter Arbeiter noch ein volles Mitglied der kultivierten guyanesischen Middle Class, sondern bleibt im Einklang mit seiner geteilten Identität zwischen den sozialen Schichten hängen. Sein schnell erworbenes Vermögen wird ihn genau so wenig, wie es bei Mastro don Gesualdo der Fall war, zu Stabilität und Glück verhelfen. Er wird im Gegenteil seinen Reichtum schnell verlieren und ebenso einsam wie verarmt im Inneren des Landes sterben. Jan R. Carew beobachtet mit kritischem Blick -Race, Colour and Class- als bestimmende Faktoren des sozialen Erfolgs oder Misserfolgs, während Verga das gesamte menschliche Geschick unabhängig vom sozialen Ort als unglücklich darstellt. Nichtsdestotrotz soll der Vergleich zwischen beiden Romanen den Studierenden beibringen, Werke aus der Weltliteratur mit einander zu verbinden und verschiedene Variationen von narrativen Schemen, z.B. in diesem Fall von -sozialen Aufstieg und Fall-, kennen zu lernen und zu analysieren.
Literatur, Kultur, Medien, Englisch-Italienisch, Bachelor, PO 2011
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