Uni-Kassel
17. Juli 2017Hauptseminar Environmental Art
‚Wir setzen den Betrachter mitten ins Bild‘ riefen die Futuristen zu Beginn des 20. Jahrhunderts emphatisch aus. Dieses Motto, das für das konventionelle Tafelbild gedacht war, entsprach einem allgemeinen Bedürfnis der damaligen Avantgardekunst nach einer Intensivierung und gar Steuerung der...
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Jetzt Lernplan erstellen‚Wir setzen den Betrachter mitten ins Bild‘ riefen die Futuristen zu Beginn des 20. Jahrhunderts emphatisch aus. Dieses Motto, das für das konventionelle Tafelbild gedacht war, entsprach einem allgemeinen Bedürfnis der damaligen Avantgardekunst nach einer Intensivierung und gar Steuerung der ästhetischen Erfahrung. Zugleich forderten sie u.a. eine Neudefinition des Museums, das eine adäquate Präsentation ihrer neuen Bildsprache des Dynamismus, der Expressivität und Konstruktivität garantiert. Ausgestattet mit weiteren konzeptionellen Aspekten wurde eine nur wenig später eines der ersten Environments, die sogenannte Dada-Messe (1919) in Berlin eingerichtet, auf das unmittelbar weitere von Künstlern wie El Lissitzky oder Gerit Rietveld folgen sollten. Das Environment konnte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts als eine souveräne Kunstform etablieren und ging besonders in der Kunst seit den 60er Jahren eine Verbindung mit alten wie neuen Kunstformen (Installation, Plastik, Happening) und –sparten (z.B. Theater) sowie mit Raumgestaltungen der Alltagskultur (Politik, Werbung, Handel, Museum) ein. Mitunter sind verschiedene Quellen der Environments wie Sakralräume, Magazine, Verkaufsräume, Museum bzw. Messe/Kunsthandel oder gar seit den 1990er Jahren mit neumedialen Erlebnisräumen, die unter dem Stichwort ‚Immersion‘ bereits Bekanntes mit neuen technischen Errungenschaften zu intensivieren suchen. Eine klare Abgrenzung der Raumkunst zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen ist vergleichsweise nur bedingt möglich und wird spätestens mit der Entgrenzung der Raumkunst in die Öffentlichkeit (Kunst im öffentlichen Raum) erheblich erschwert.
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
WS 2008/2009
Kunstwissenschaft
Prof. Dr.
Hemken Kai Uwe