Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Film Geschichte Analyse Theorie Tonspuren Teil 2 Ton im Dokumentarfilm
Der dokumentarische Filmton wirft eine Reihe grundsätzlicher Fragestellungen bezüglich der Wirklichkeitstreue, Fiktionalität und Zeugenschaft auf. Schon die sich zwischen Ton und Bild auftuenden Diskrepanzen weisen darauf hin: der dokumentarische Anspruch kann sich kaum auf das Ideal eines totalen Überblicks stützen....
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Jetzt Lernplan erstellenDer dokumentarische Filmton wirft eine Reihe grundsätzlicher Fragestellungen bezüglich der
Wirklichkeitstreue, Fiktionalität und Zeugenschaft auf. Schon die sich zwischen Ton und Bild
auftuenden Diskrepanzen weisen darauf hin: der dokumentarische Anspruch kann sich kaum auf
das Ideal eines totalen Überblicks stützen. Die Spezifik des Tons im Dokumentarfilm zu
hinterfragen erlaubt es vielmehr, das produktive Dilemma zwischen den Konventionen eines
filmischen Realismus und der wirklichkeitsgetreuen Darstellung vorfilmischer Realität neu zu
denken.
Das Seminar wird kritische Einblicke in unterschiedliche Aspekte des dokumentarischen Filmtons
ermöglichen. Die Überlegungen werden an ausgewählten (aktuellen wie historischen) Filmen und
Texten von Filmemacherinnen und Filmemachern, Filmtonschaffenden, sowie Theoretikerinnen
und Theoretikern aus Philosophie, Film- und Medienwissenschaften geschärft werden. Sie folgen
dem Grenzverlauf des ›Unerhörten‹, ›Unanschaulichen‹ und ›Unaussprechlichen‹, der immer
wieder neu ausgelotet werden muss: ästhetisch, politisch, wissenschaftlich. Und so werden in diesen
Untersuchungen Fragen virulent, die für den Film ebenso zentral sind wie sie über ihn hinausgehen
– sie betreffen die Handlungsmacht der Stimme, die Verantwortlichkeit von Musik, die
Wirklichkeit der Geräusche; sie berühren Probleme von Blick und Gehör, von Einschluss und
Ausschluss. Die Veranstaltung richtet sich daher an alle, die sowohl mehr über den Dokumentarfilm
erfahren wollen, als auch über die Wirklichkeit, von der er berichten möchte.
Kunsthochschule Kassel
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