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Uni-München
14. März 2017

Hauptseminar Gehen in der Literatur Der Spaziergang als Erzählmodell

Seit Horaz den Begriff sermo pedestris (‚zu Fuß gehende Rede’) prägte, um damit die Gangart metrischer Prosa im Gegensatz zum ‚Flug’ der Poesie zu bezeichnen, kennt die Literatur die Analogie zwischen Gangarten und Sprechweisen. Erst seit dem späten 18. Jahrhundert...

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Seit Horaz den Begriff sermo pedestris (‚zu Fuß gehende Rede’) prägte, um damit die Gangart metrischer Prosa im Gegensatz zum ‚Flug’ der Poesie zu bezeichnen, kennt die Literatur die Analogie zwischen Gangarten und Sprechweisen. Erst seit dem späten 18. Jahrhundert jedoch wurde der vormals aristokratische -Spaziergang- zu einer weitverbreiteten kulturellen Praxis und infolgedessen zu einem Modell ästhetischer Erfahrung und Erzählung. Seien es der deutsche (romantische) Wanderer, der französische Flaneur oder moderne Spaziergänger wie Robert Walser, Peter Handke oder Thomas Bernhard, als literarisches Motiv war der Spaziergang immer zugleich mehr und weniger als eine körperliche Fortbewegungsart: weniger, weil ein geschriebener Spaziergang nur am Schreibtisch, auf dem Papier stattfindet, und mehr, weil der imaginäre Spaziergang mit dem Fortschreiten der Erzählung und dem Akt des Schreibens zusammenfällt. Der literarische Spaziergang hat daher immer schon dazu gedient, die ästhetische Erfahrung von ‚Natur’ oder ‚Großstadt’ mit poetologischen Reflexionen zu verbinden. Im Seminar gehen wir der Frage nach, ob es einen Zusammenhang zwischen kulturellen Praktiken des Gehens und bestimmten Formen des Erzählens gibt, ob sich mithin in der Literatur so etwas wie eine Poetik des Gehens ausmachen lässt. Wir lesen Texte aus dem Zeitraum von ca. 1800 bis heute, mit einem Schwerpunkt auf der deutschen Literatur, aber nicht auf diese beschränkt. Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (2010): Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG: Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs: Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG: Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München SoSe 2015 Univ.Prof.Dr. Lüdemann Susanne