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Uni-Essen
14. März 2017

Hauptseminar Hauptseminar Französische Literaturwissenschaft Moralistische Literatur im Frankreich des 17 Jahrhunderts

Das 17. Jahrhundert wird in der französischen Literaturgeschichtsschreibung zuweilen auch als -le siècle des moralistes- bezeichnet. Die moralistische Literatur hat dabei mit Moral eher wenig zu tun, sie zielt vielmehr auf eine unvoreingenommene und gerade nicht moralisierende Betrachtung des Menschen,...

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Das 17. Jahrhundert wird in der französischen Literaturgeschichtsschreibung zuweilen auch als -le siècle des moralistes- bezeichnet. Die moralistische Literatur hat dabei mit Moral eher wenig zu tun, sie zielt vielmehr auf eine unvoreingenommene und gerade nicht moralisierende Betrachtung des Menschen, so wie er ist und nicht wie er sein sollte. Die Moralisten entwickeln daraus in Aphorismen, Maximen, Fabeln und kurzen Betrachtungen ein sehr realistisches und skeptisches Menschenbild, das nicht unwesentlich von ihren persönlichen Erfahrungen in der Hof- und Salongesellschaft des Absolutismus zur Zeit des Roi-soleil Louis XIV geprägt ist. Nach einem einleitenden Blick auf Michel de Montaigne (1533-1592), der mit seinen Essais als der Ahnherr der französischen Moralistik zu gelten hat, sollen in diesem auf französisch gehaltenen Seminar Texte von La Rochefoucauld (Maximes et Réflexions), La Fontaine (Fables) und La Bruyère (Les Caractères) gemeinsam gelesen und interpretiert werden. Zugleich soll damit ein Überblick über wesentliche Aspekte der französischen Klassik vermittelt werden. Die Anschaffung der genannten Werke, die in den entsprechenden Taschenbuch-Ausgaben (Flammarion bzw. Classiques de Poche (La Fontaine)) zu jeweils ca. 6 € in der Heinrich-Heine Buchhandlung am Rheinischen Platz bereit liegen, wird ebenso wie die Bereitschaft zu intensiver Textlektüre vorausgesetzt. Themen für die Referate bzw. die Hausarbeiten können bereits in meinen Feriensprechstunden abgesprochen werden. Eine Auswahlbibliographie wird zu Semesterbeginn zur Verfügung gestellt werden. Als einleitende Lektüre seien neben den Primärtexten die entsprechenden Beiträge in: Renate Baader (Hrsg.): 17. Jahrhundert. Roman-Fabel-Maxime-Brief, Tübingen 1999 (Stauffenburg Interpretation) empfohlen. Romanistik Universität Duisburg-Essen WS 2010/11 Bachelor, Bachelor apl. Professor Dr. Steinkamp Volker