Uni-Essen
14. März 2017Proseminar Proseminar Französische Literaturwissenschaft Französisches Theater des 17 Jahrhunderts
Das 17. Jahrhundert ist die Zeit des ‚Sonnenkönigs’ Louis XIV., der barocken Hof- und Festkultur, der ersten Pariser ‚Salons’, der Französischen Klassik und des Theaters. Ein genuin literarisches Feld beginnt sich herauszubilden, Publikumsstrukturen verändern sich, die sogenannten belles-lettres erhalten zunehmende...
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Jetzt Lernplan erstellenDas 17. Jahrhundert ist die Zeit des ‚Sonnenkönigs’ Louis XIV., der barocken Hof- und Festkultur, der ersten Pariser ‚Salons’, der Französischen Klassik und des Theaters. Ein genuin literarisches Feld beginnt sich herauszubilden, Publikumsstrukturen verändern sich, die sogenannten belles-lettres erhalten zunehmende Autonomie und stehen – paradoxerweise – zugleich mehr denn je im Dienste einer staatlichen Kulturpolitik avant la lettre. Es ist die Zeit der großen literarischen Kontroversen, allen voran die berühmte Querelle du Cid, die sich 1637 an dem gleichnamigen Stück von Pierre Corneille entzündet. Der Streit wirkt sich auf die Entwicklung jener doctrine classique aus, an deren Maßstäben das Theater – nicht zuletzt die berühmten Tragödien von Jean Racine – im letzten Drittel des Jahrhunderts gemessen wird. Auch die Komödie entwickelt sich vor dem Hintergrund prominenter Auseinandersetzungen. So lässt sich die Querelle de l’École des femmes (1662/63), die durch das gleichnamige Stück Molières ausgelöst wurde, beispielsweise als eine Fortsetzung der frühen Theaterkontroversen des 17. Jahrhunderts begreifen.
In diesem Proseminar werden wir Stücke von Corneille, Racine und Molière lesen und sie vor dem Hintergrund der skizzierten Entwicklungen diskutieren. Ziel ist es, vor allem jenen Studierenden, die sich noch am Anfang ihres Studiums befinden, einen ersten Überblick über diese zentrale Epoche der französischen Literatur sowie ein Gespür dafür zu vermitteln, was es heißt (literar-)historisch zu argumentieren.
Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Aktive Teilnahme (Lektürenachweis) sowie Übernahme eines Kurzreferates (ca. 20 Minuten) für einen Teilnahmeschein, zusätzlich die Ausarbeitung einer Hausarbeit (ca. 10 Seiten) für einen Leistungsschein.
Dieses Seminar ermöglicht aufgrund seiner Organisation als Blockveranstaltung das zeitlich gedrängte und daher sehr intensive Arbeiten mit literarischen Texten. Die Studierenden werden von einem dichten Diskussionszusammenhang profitieren und sind daher aufgefordert, sich im Vorfeld möglichst gut vorzubereiten. Hinweise zum Material und dessen Aufbereitung (Pflichtlektüre für alle, zusätzliche Lektüre für die einzelnen Referatsgruppen) sowie eine erste Einführung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Vorbereitungssitzung vom 30. Mai 2015.
Romanistik
Universität Duisburg-Essen
SoSe 2015
alle Studiengänge, alle Studiengänge/Studienfächer
Professorin
Bung Stephanie