Uni-Essen
14. März 2017Hauptseminar Hauptseminar Spanische Literaturwissenschaft Intermedialität in der spanischen und hispanoamerikanischen Literatur des 20 Jahrhunderts
Die Korrespondenz der Künste ist ein traditionelles Thema, das seit der Epoche der Aufklärung in zahlreichen theoretischen Schriften diskutiert wurde. Im 19. Jahrhundert fand die Vereinigung verschiedener Künste in Richard Wagners Konzeption des Gesamtkunstwerks ihren Ausdruck. Im 20. Jahrhundert prägte...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Korrespondenz der Künste ist ein traditionelles Thema, das seit der Epoche der Aufklärung in zahlreichen theoretischen Schriften diskutiert wurde. Im 19. Jahrhundert fand die Vereinigung verschiedener Künste in Richard Wagners Konzeption des Gesamtkunstwerks ihren Ausdruck. Im 20. Jahrhundert prägte vor allem der Film die anderen Künste.
Im Hauptseminar geht es um die Klärung der Grundbegriffe und Modelle zur Intermedialität, die durch drei wesentliche Aspekte geprägt ist: durch intermediale Bezüge zwischen einzelnen Künsten, durch Medienwechsel (beispielsweise repliziert ein Dichter auf ein Gemälde durch ein Bildgedicht) und durch Medienkombinationen (wozu der Film selbst gezählt werden kann). Die Ekphrasis bezieht sich auf das Wechselspiel zwischen Bild und Text. Meint Ekphrasis als rhetorischer Begriff ursprünglich die literarische Darstellung eines Bildes in einem Text, so findet dieser Begriff in den letzten Jahren zur Bezeichnung für die Text-Bild-Relation und ihre intermediale Analyse Verwendung. In der aktuellen Forschung ist die Diskussion über die theoretischen Prämissen intermedialer Korrespondenzen zwischen Bild und Text mit besonderer Intensität geführt worden, wobei erste Ansätze zu einer systematisch ausgerichteten Theoriebildung unter Begriffen wie Ekphrasis, Intermedialität oder Iconotexte subsumiert werden können.
In der praktischen Anwendung der theoretischen Modelle sollen diese auf konkrete Beispiele angewendet werden: auf Bildgedichte (zu Werken von Goya, Picasso oder anderen berühmten Malern), auf filmisches Schreiben oder auf Medienwechsel, wobei literarische Texte mit ihren Verfilmungen verglichen werden können. Für die beiden letzteren Aspekte bietet sich Manuel Puigs Roman El beso de la mujer araña (1976) an, in dem fiktive und tatsächliche Filme erzählt werden, zu dem es aber auch eine Verfilmung gibt.
Das Hauptseminar ist gemäß der jeweiligen Studienordnung für alle Studiengänge offen. Für Lehramtsstudierende ist die Voraussetzung für die Teilnahme die in allen Teilen bestandene Zwischenprüfung Spanisch.
Ein Reader wird den Studierenden zu Semesterbeginn zur Verfügung gestellt. Zur ersten Orientierung:
• Rajewsky, Irina O. (2002): Intermedialität. Tübingen/Basel: A. Francke Verlag (= UTB, 2261).
Romanistik
Universität Duisburg-Essen
SS 2012
alle Studiengänge, alle Studiengänge/Studienfächer
Professor
Jacobs Helmut C