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Uni-Dortmund
14. März 2017

Projekt M 11 Kooperative Quartiersentwicklung mit privaten Immobilieneigentümern

Die Kreisstadt Wittmund (Niedersachsen, Ostfriesland) hat in den 1980er Jahren mit immensen Anstrengungen die Innenstadt planerisch und baulich mittels einer Stadtsanierung erneuert. Historische Verkehrsbeziehungen, die das Einkaufen in Wittmund erschwerten, wurden zu einer ringförmigen Fußgängerzone ausgebaut, in deren Mittelpunkt die...

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Die Kreisstadt Wittmund (Niedersachsen, Ostfriesland) hat in den 1980er Jahren mit immensen Anstrengungen die Innenstadt planerisch und baulich mittels einer Stadtsanierung erneuert. Historische Verkehrsbeziehungen, die das Einkaufen in Wittmund erschwerten, wurden zu einer ringförmigen Fußgängerzone ausgebaut, in deren Mittelpunkt die Kirche steht. Der Einzelhandelsbesatz entsprach zur damaligen Zeit dem Standort und konnte entsprechende Käuferfrequenzen erzeugen. Mit der massiven Veränderung des Einkaufsverhaltens mussten zur Bindung der Kaufkraft Angebote in der nahen Peripherie der Innenstadt geschaffen werden. Einzelhandel, Baumarkt u. a. konnten und können direkt mit großen Parkplatzflächen dem Käufer entsprechende Angebote machen, wodurch möglicherweise ein Frequenzverlust für den Einzelhandel in der Innenstadt erfolgte. Allerdings ist als Ursache der Veränderung in der Innenstadt auch ein bundesweit geändertes Einkaufsverhalten festzustellen. Der Immobilienbestand wurde in der Folge der wirtschaftlichen Rezession auch nicht marktgerecht baulich angepasst. Die Eigentümer versuchten u.a. mit sinkenden Mieten zu reagieren, gleichwohl entstanden bis heute Leerstände, die momentan auch nicht signifikant verringert werden konnten. Trotz Aktionen seitens der Kommunalverwaltung wie -Hands of Fame-, Veranstaltungen im Schlosspark u.a. lassen sich zurzeit keine zusätzlichen nennenswerten Umsatzzunahmen feststellen. Die regionale Lage von Wittmund belastet darüber hinaus diese Situation zusätzlich, da vermeintliche Angebots- und Imagevorteile von Jever, Aurich und zum Teil auch Esens die Entwicklung der Wittmunder Innenstadt mit konkurrierenden Angeboten erschweren. Lerninhalte: Ziel der Veranstaltung ist es, dass die Studenten im Laufe des Projektes analytisch und konzeptionell ein Konzept zur Entwicklung des Innenstadtquartiers der Stadt Wittmund entwickeln. Dies soll in enger Kooperation mit den lokalen Akteuren erfolgen. Denn in den letzten Jahren entstand zumindest auf Seiten einzelner Haus- und Grundeigentümer ein vorsichtiges Interesse, sich gegen diese Entwicklung zu stemmen und gemeinsam mit Politik und Verwaltung die bestehende Grundstruktur zu überprüfen und wenn möglich, zu verbessern. Ziel könnte es sein, mittels eines immobilienwirtschaftlichen Quartiermanagement in der zentralen Einkaufslage von Wittmund die Attraktivität des Einzelhandels zu erhöhen und mit Entwicklungsbausteinen erforderliche Maßnahmen zu identifizieren. Es gibt durchaus Anzeichen, dass -Neue Mitten- auch in C-Städten in Niedersachsen für Investoren interessant sein könnten (siehe z.B. die Entwicklung der naheliegenden Stadt Walsrode) Um Planungsgrundlagen zu schaffen und Konzepte zu erarbeiten, sind zunächst in der Analysephase Kennziffern von Wittmund für Kaufkraft, Umsatz, Zentralität u.a. zu erheben. Mit einer ersten quantitativen und qualitativen Bestandsaufnahme vor Ort und Analyse der Ergebnisse lassen sich Ergebnisse erarbeiten und entsprechend kommunizieren. Diese Ergebnisse sind gemeinsam mit örtlichen Akteuren zu diskutieren und Ursache und Wirkung für die Ist-Situation abzuleiten. Für die Analyse bietet sich eine Nutzung geographischer Informationssysteme (ArcGIS) an. Im folgenden Schritt müssen die kommunalen Interessen und Eigentümerinteressen abgewogen und zu zielführenden Entwicklungsbausteinen ausgearbeitet werden. Das könnte z. B. im Sinne eines ISG (Immobilienstandortgemeinschaft) bzw. ESG (Eigentümerstandortgemeinschaft) umgesetzt werden. Daher sind die städtebaulichen Strukturen, die Marktsituation, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Stakeholder zu berücksichtigen. Im Rahmen des Masterprojektes ist zu zwei Zeitpunkten (jeweils eine Woche) eine Bearbeitung der Analyse- und Konzeptphase vor Ort in Wittmund geplant. Die Stadt Wittmund wird voraussichtlich Unterkunfts- und Betreuungsangebote für die Teilnehmer des Masterprojektes vor Ort bereitstellen. Schulte (2008): Immobilienökonomie, Bd. 1., Betriebswirtschaftliche Grundlagen, Bd. 3., stadtplanerische Grundlagen, München, 4. Auflage Hecker, Mischa (2010): Business Improvement Districts in Deutschland, Berlin. Holm, A. (2011): Initiativen für ein Recht auf Stadt. Hamburg 2011 Steppeler, Hubert (2006): Immobilen- und Standortgemeinschaften Ein innovativer Ansatz zur Revitalisierung deutscher Innenstädte? Baden Baden. Lehrstuhl Immobilienentwicklung M.Sc. Raumplanung (2012): Das Modul wird mit einer benoteten Modulprüfung abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki. M.Sc. Raumplanung (2008): Das Modul wird mit zwei unbenoteten Teilleistungen abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki. Technische Universität Dortmund SoSe 2013 Master Raumplanung (2008) Prof. Dr. Nadler Michael