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Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar Heiner Müller

Heiner Müller gilt nach Brecht, der sein Vorbild und Gegenentwurf gleichzeitig war, als der innovativste deutsche Dramatiker des späteren 20. Jahrhunderts. Noch geprägt von den Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur versuchte er in den jungen DDR mit seiner Literatur Einfluss zu...

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Heiner Müller gilt nach Brecht, der sein Vorbild und Gegenentwurf gleichzeitig war, als der innovativste deutsche Dramatiker des späteren 20. Jahrhunderts. Noch geprägt von den Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur versuchte er in den jungen DDR mit seiner Literatur Einfluss zu nehmen auf das sozialistische Experiment, stellte dabei aber immer auch die Kosten dieses Experiments in Rechnung. Nach ersten Erfolgen kam es zu einem Skandal um sein Stück „Die Umsiedlerin“ Anfang der 60er Jahre. Verbote, Ausschluss aus dem Schriftstellerverband und Überwachung durch den Staatsapparat folgten. Obwohl Müller nie daran dachte, die DDR zu verlassen, wirkten sich diese Erfahrungen auch auf seine Texte aus: sie wurden hermetischer, kryptischer. Seine Dramen, die deutsche Geschichte thematisierten, zeichneten sich durch einen tiefen Geschichtspessimismus aus. Formal führten sie das Theater an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Müllers Rehabilitation in der DDR erfolgte spät, nachdem seine Stücke schon auf allen wichtigen Bühnen Westdeutschlands realisiert wurden und ihrem Autor die wichtigsten Literaturpreise zuerkannt worden waren. Nach dem Fall der Mauer, der ihn in eine Schaffenskrise stürzte, was die dramatische Produktion anbelangt, übernahm er die Leitung des von Brecht gegründeten Berliner Ensembles. Schon von seiner tödlichen Krankheit gezeichnet, gelangen ihm hier noch einige wegweisende Inszenierungen. Das Seminar versucht einen Überblick zu geben über ausgewählte Texte des schwierigen Werks Heiner Müllers. Neben den wichtigsten Dramentexten werden im Seminar Hörfunkarbeiten und Prosawerke analysiert werden. Diese Analyse wird im Seminar immer wieder auch methodische Fragen der Literaturwissenschaft aufwerfen müssen. Zur Anschaffung und zur Lektüre in der vorlesungsfreien Zeit wird empfohlen: Norbert Otto Eke: Heiner Müller. Stuttgart: Reclam, 1999 (7,60 €) Ein Seminarapparat ist eingerichtet. BemerkungEine genaue Seminargliederung steht im Netz und hängt aus. Die Übernahme eines Referats ist Pflicht. Die Referatsthemen liegen im Sekretariat (Frau Neumeyer) aus; eine Eintragung für ein Thema wird bis zu Beginn der Vorlesungszeit erwartet. Die Eintragung bedeutet gleichzeitig die Anmeldung für das Seminar. Dreifaches unentschuldigtes Fehlen bei Seminarsitzungen bedeutet den Ausschluss vom Seminar, da damit eine erfolgreiche Teilnahme nicht mehr in Aussicht steht. FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WS 2007/2008 Prof. i.R. Seibert Peter i.R