Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Italienische Reisen I
Seit dem Mittelalter ist Italien ein wichtiges Reiseziel für die Deutschen. Pilgerer, Handwerker, Künstler und Gelehrte und ab dem 17. Jahrhundert zunehmend junge Kavaliere, die auf ‚Grand Tour’ gehen, bereisen das bel paese. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit dem Mittelalter ist Italien ein wichtiges Reiseziel für die Deutschen. Pilgerer, Handwerker, Künstler und Gelehrte und ab dem 17. Jahrhundert zunehmend junge Kavaliere, die auf ‚Grand Tour’ gehen, bereisen das bel paese. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden die enzyklopädisch-kompilativen, normierten Italienreise-Beschreibungen der Frühen Neuzeit allmählich abgelöst von empfindsamen, subjektorientierteren Reisen, von Kunstreisen, Erlebnis- und Selbstfindungsreisen (Goethes italienische ‚Wiedergeburt’ ist nur die populärste literarische Inszenierung) und schließlich auch von gesellschafts-, kultur- und literaturkritischen Reisen wie derjenigen Heinrich Heines. Noch moderne Dichtungen inszenieren Italien (und noch im 20. Jahrhundert wird der Spruch geprägt, ein Deutscher ohne Italienerlebnis sei gar kein Deutscher). Sie arbeiten weiter am Traum von Italien als ersehntem Land der Bildung, des Wissens, der Kunst und Kultur – aber auch am Alptraum Italien. Italien bedeutet zugleich Mythos und Mythosdestruktion, Traumziel und Entzauberung, Wunschprojektion und Enttäuschung.
Das erste von zwei Seminaren zu deutschsprachigen Italienreisen behandelt exemplarische Texte – vor allem Reiseführer, Reiseberichte und Reiseerzählungen – von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zu Goethes ‚Italienischer Reise’.
Das Seminar ist leseintensiv; die Lektüre der Texte ist Bestandteil der obligatorischen Mitarbeit.
Die Texte, z.T. ganz, z.T. in Auszügen zu lesen, sind:
- Martin Zeiler: Fidus Achates oder der getreue Rayßgefährt samt einem Bedenken, wie die Raysen wol nützlich anzustellen seynd (Frankfurt 1640)
- Christoph Eißlingen: Breviarium Jtineris Jtaliæ oder kurtzverfaster Italiänischer Wegweiser (Nürnberg 1664)
- Johann Georg Keyßler: Reisen in Deutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweiz, Italien, Lothringen (Hannover 1729-1731) (Reiseführer von Goethes Vater)
- Johann Caspar Goethe: Viaggio per l’Italia fatto nel anno MDCCXL (entstd. 1762-1768; ED 1932)
- Johann Wolfgang von Goethe: Italiänische Reise (1816/17/29)
- Johann Jakob Volkmann: Historisch-kritische Nachrichten über Italien (Leipzig 1770-1771) (Goethes Reiseführer; der ‚Baedeker des 18. Jahrhunderts’)
- Auszüge aus Lessings Italientagebuch, Wilhelm Heinses Briefen etc.
Unbedingt anzuschaffen ist der Band:
Goethe: Italienische Reise. Bearb. von Erich Trunz, Herbert von Einem. München: Beck (beruht auf der Hamburger Ausgabe der Goethe’schen Schriften; günstige Sonderausgabe für 10 Euro).
Weitere Texte werden als Reader zur Verfügung gestellt oder sind digital verfügbar.
Bemerkung
LitWiss
Voraussetzungen
Prüfungsleistung:
Hausarbeit oder mündliche Prüfung.
(Allgemeiner Hinweis: Dies sind die im Rahmen dieser Veranstaltung angebotenen Prüfungsformate. Was Sie selbst für Module brauchen und inwiefern Sie also die hier angebotenen Prüfungsleistungen ‚einsetzen’ können, müssen Sie bei Ihrer individuellen Studienplanung berücksichtigen.)
FB 02 Institut für Germanistik
Prüfungsleistung:
Hausarbeit oder mündliche Prüfung.
(Allgemeiner Hinweis: Dies sind die im Rahmen dieser Veranstaltung angebotenen Prüfungsformate. Was Sie selbst für Module brauchen und inwiefern Sie also die hier angebotenen Prüfungsleistungen ‚einsetzen’ können, müssen Sie bei Ihrer individuellen Studienplanung berücksichtigen.)
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SoSe 2013
Lehrveranstaltungspool FB 02
Deutsch Zweitfach
Prof. Dr.
Roßbach Nikola