Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Jenseitsreisen
Was geschieht nach dem Tod? Das ist wohl eine der ältesten Fragen der Menschheit. Dass es ein Jenseits gibt, in dem die Menschen oder ihre Seelen in irgend einer Form weiter existieren, war in der Vormoderne selbstverständlich, doch normalerweise ist...
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Jetzt Lernplan erstellenWas geschieht nach dem Tod? Das ist wohl eine der ältesten Fragen der Menschheit. Dass es ein Jenseits gibt, in dem die Menschen oder ihre Seelen in irgend einer Form weiter existieren, war in der Vormoderne selbstverständlich, doch normalerweise ist es denen, die dort-hin gelangen, nicht möglich, zurückzukehren und darüber zu berichten. Umso bedeutender sind Erzählungen über Reisen ins Jenseits, zeigen sie doch die kulturellen Vorstellungen über jene grundsätzlichen Fragen von Leben und Tod auf. Zugleich aber wird klar, dass Erzählungen darüber keine ‚normalen‘ Reiseberichte sein können: Ins Jenseits, vor allem aber wieder zurück, gelangt man nicht auf gängigen Wegen. Die mhd. Literatur verknüpft die Jenseitsreise darum mit religiösen Figuren: Der Heilige, der von Gott auf eine Seereise geschickt wird (Brandan), der Visionär, der die himmlischen Freuden oder die Strafen der Sünder beobachten kann (Paulus, Tundalus), der Büßer, der durchs Fegefeuer geht und anschließend geläutert wieder zurückkehrt (St. Patrick’s Fegefeuer). Darüber hinaus sollen aber auch vormoderne Texte außerhalb des deutschen Sprachraums betrachtet werden: Die Unterweltfahrt des Aeneas bei Vergil, Dantes Göttliche Komödie oder irische Visionstexte und Andersweltreisen beispielsweise. Sie alle zeigen den narrativen Umgang mit den Schwierigkeiten, die der Weg in die Jenseitswelt bereithält, die Zugangsbeschränkungen dieser Welten, aber auch die literarische Aufarbeitung einer Trennung zwischen Leben und Tod.
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik:
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet (Ausnahme: im Freien Bereich im LA GS/HS/RS wird die Prüfung mit bestanden/nicht-bestanden bewertet).
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
SoSe 2015
Kögler Susanne