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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Fremde Gemeinschaften Kafka Benjamin Arendt

-Was habe ich mit Juden gemeinsam? Ich habe kaum etwas mit mir gemeinsam und sollte mich ganz still, zufrieden damit daß ich atmen kann in einen Winkel stellen.- Kafkas Tagebuchaufzeichnung von 1914 mag als prototypische Reaktion jener deutsch-jüdischen Söhnegeneration gelten,...

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-Was habe ich mit Juden gemeinsam? Ich habe kaum etwas mit mir gemeinsam und sollte mich ganz still, zufrieden damit daß ich atmen kann in einen Winkel stellen.- Kafkas Tagebuchaufzeichnung von 1914 mag als prototypische Reaktion jener deutsch-jüdischen Söhnegeneration gelten, in der sich ein tiefes Misstrauen und eine grundsätzlich unauflösliche Ambivalenz gegenüber geschlossenen Systemen bekundet – seien sie nun religiöser, ethnischer oder ideologischer Art. Dennoch begreift sich gerade Kafkas, von Asketismus und dem Anspruch auf zölibatäre Lebensformen geprägte Literatur als ein Ort, an dem sich Gemeinschaft exponiert. Kafkas Gemeinschaften verstehen sich dabei aber nicht als homogene Einheiten, die auf der Hypostase eines gemeinsamen Grundes basieren, sondern bilden Allianzen über Brüche aus, die sich sowohl gegenüber der Vereinnahmung des Individuellen im Sozialen wie gegenüber einem Verständnis des Sozialen als Konstruktion eines organischen Absoluten sperren. Im Seminar wollen wir diesen alternativen und fremden Gemeinschaftsformen im Denken Kafkas, Benjamins und Arendts nachgehen und sie an Hand ausgewählter Textpassagen diskutieren. Nicht zuletzt neuere Theoretisierungen innerhalb der Philosophie des Politischen (u.a. Jean-Luc Nancy: Die undarstellbare Gemeinschaft, Maurice Blanchot: Die uneingestehbare Gemeinschaft, Giorgio Agamben: Die kommende Gemeinschaft, u.a.) geraten dabei in den Blick. Zusätzlich zum Proseminar wird ein optionaler Lektüre-/Begleitkurs zur Vertiefung des Seminarprogramms angeboten. Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München SoSe 2015 Kolb Anne