Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Literatur und Visuelle Kultur zwischen den Kriegen
Für die jüngste Gegenwart ist ein Überhandnehmen bildgestützter Medien und ein Rückgang von Sprache und Literatur als kulturellen Leitgrößen nicht zuletzt von der deutschen Bildwissenschaft (Böhm, Belting, Bredekamp) diagnostiziert worden. Das HS will demgegenüber die historische Tiefendimension dieser Diagnose nachtragen....
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Jetzt Lernplan erstellenFür die jüngste Gegenwart ist ein Überhandnehmen bildgestützter Medien und ein Rückgang von Sprache und Literatur als kulturellen Leitgrößen nicht zuletzt von der deutschen Bildwissenschaft (Böhm, Belting, Bredekamp) diagnostiziert worden. Das HS will demgegenüber die historische Tiefendimension dieser Diagnose nachtragen. Ausgehend von der Beobachtung, dass sich eine ganz neue Relevanz des Visuellen schon in der Zeitschriftenliteratur seit den Pfennigmagazinen des 19. Jahrhunderts vorbereitet, wird mit der Zwischenkriegszeit (1918-1938) diejenige Phase dieser Entwicklung herausgegriffen, in der eine selbst avancierte und hochdifferenzierte Literatur auf einen Hochstand neuer visueller Attraktionen trifft. Wir werden uns dabei der Wechselwirkungen zwischen Literatur und Visueller Kultur annehmen, d. h. sowohl die Funktionen der Literatur für diese neuartige Kultur als auch umgekehrt die Funktionen derselben für den literarischen Wandel untersuchen.
Nach einer Grundlegung zum Gegenstand ‚Visuelle Kultur’ und den nötigen Analyseinstrumentarien, wird das Seminar verschiedene Aspekte genauer erforschen: Einen Schwerpunkt wird dem zeitgenössischen Leitmedium folgend die Literatur über, für und als Film bilden. Daneben werden wir mit buchwissenschaftlicher Aufmerksamkeit auch die Innovationen in den Bereichen Typographie (Jan Tschichold) und Buchgestaltung (Georg Salter, Sasha Stone), die Literatur in Photoillustrierten (Schnitzler, Brecht), die Auseinandersetzung mit dem Collagenroman (Max Ernst), dem Kaufhaus, der Revue und Oper, dem Theater und dem Neuen Tanz einbeziehen. Buch-, Theater-, Tanz-, Kunst- und Filmwissenschaftler sind im Seminar besonders willkommen.
Georg Kaiser: Nebeneinander. Volksstück 1923 in fünf Akten
Thea von Harbou: Metropolis. Roman. (Berlin: Scherl 1926) -->Harbou/Lang: Metropolis (Drehbuch 1926) --> Fritz Lang: Metropolis. UFA 1927.
Arthur Schnitzler: Die Traumnovelle (in: Die Dame 1925)
Walter Julius Bloem: Tanz ums Licht (Berlin: Scherl 1925)
Paul Oskar Höcker: Die Frau am Quell. Der Roman einer Tänzerin. (Berlin: Scherl 1926)
Bert Brecht: Lindbergh (in: UHU, 5.1928/29, H.7, April)
Bert Brecht: Die Dreigroschenoper (UA 31. August 1928)
Arnolt Bronnen: Film und Leben. Barbara La Marr (Berlin: Ernst Rowohlt 1928)
Max Ernst: La femme 100 têtes (Paris: Éditions du Carrefour 1929)
Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen (Berlin: DVA Universitas 1932)
Vicki Baum: Leben ohne Geheimnis (Berlin: Ullstein 1932)
Vicki Baum: Der große Ausverkauf (Amsterdam: Querido 1937)
Literatur:
Benthien, Claudia / Weingart, Brigitte (Hg.): Handbuch Literatur und Visuelle Kultur. Berlin: de Gruyter 2014.
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik (2010):
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik (2010):
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
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