Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar mit Tutorium Mittelalter re Konstruktionen die Kasseler Löwenburg und die Romantik
Nein, wirkliche Ritter haben nie auf dem Turnierplatz der malerischen Löwenburg mitten im Bergpark Wilhelmshöhe ihre Schaukämpfe abgehalten, auch wenn die Burg auf den ersten Blick alt und verfallen wirkt. Denn erst zwischen 1793 und 1806 ist sie entstanden. Von...
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Jetzt Lernplan erstellenNein, wirkliche Ritter haben nie auf dem Turnierplatz der malerischen Löwenburg mitten im Bergpark Wilhelmshöhe ihre Schaukämpfe abgehalten, auch wenn die Burg auf den ersten Blick alt und verfallen wirkt. Denn erst zwischen 1793 und 1806 ist sie entstanden. Von Anfang an als Ruine konzipiert und- nach literarischen Vorbildern - im gotischen Stil von Heinrich Christoph Jussow im Auftrag des Landgrafen Wilhelm IX. erbaut, war sie für diesen ein idealer Ort, um Mittelalterromantik zu leben und sich zusammen mit seiner Mätresse Katharina von Schlotheim vor der anstrengenden Realität zurückzuziehen. Ganz in die Ritterzeit werde man von dieser Burg gezaubert, konnte man In den Hessischen Denkwürdigkeiten von 1800 lesen. Eine große Ritterromanbibliothek war in ihren Räumen untergebracht die den jungen Grimms bestens bekannt war. Steingewordener Zeuge ist die Burg für die Ruinenbegeisterung im 18. Jahrhundert sowie für die Sehnsucht nach einem angeblich so glänzenden Mittelalter.
Im Antrag Kassels für eine Aufnahme des Bergparks als Unesco Welterbe spielt auch die Löwenburg eine nicht zu unterschätzende Rolle. In den nächsten Jahren soll sie denn auch für ca. 28.5. Mill. € restauriert werden, was zweifellos den Blick auf sie verändern wird, denn so ganz genau kann man im Augenblick nicht erkennen, was gewollte Ruine und was inzwischen nur verwittert ist.
Das große Bergpark-Fest am 4.6. 2011 wird ganz im Zeichen dieses Antrags stehen. Und wir wollen dort beteiligt sein. Geplant sind drei bis vier kurze Auftritte, in denen wir die (Bau)geschichte der Löwenburg vorstellen, über das Ruinenverständnis des 18./ beginnenden 19. Jahrhunderts berichten, aus der Ritterromanbibliothek vorlesen, mittelalterliche Burgbeschreibungen einblenden, aber auch zum Welterbeantrag diskutieren - der Möglichkeiten sind viele. Das bedeutet nun aber, dass möglichst schon bei Beginn des Seminars am 19.4. ein Vorwissen vorhanden sein sollte, um in den beiden ersten Sitzungen (19.4./26.4.) bereits die thematischen Gruppen bilden zu können, die dann in einem zweitägigen Workshop am 29./30. April 2011 daran arbeiten, ihr Wissen überzeugend auch für fachfremde Zuhörer aufzubereiten. Diese Wissensanwendung und -vermittlung zu erproben, ist ebenso Teil des Seminars wie auch die Präsentation und Präsenz auf der Löwenburg am 4.6.2011. Daher ist auch der Besuch des begleitenden Tutoriums bis zum Aufführungstag im Juni verpflichtend. Ein Moodle Kurs ist eingerichtet, auf dem Materialien für die Vorbereitung bereitgestellt werden.
Das germanistische Seminar wird zusammen mit dem Seminar von Prof. Sitt: Mythos Mittelalter und Ruinenromantik - Zu Rezeption und Vermittlung der Ästhetik der Ruine in Text und Bild abgehalten. Daher sind nur 20 Teilnehmer/innen aus der Germanistik möglich.
Vorläufiger Ablaufplan:
DATUM: 29./30. April 2011
Teilnehmerzahl: 40 (wenn möglich paritätisch Germanistik /KUWI)
2 Vortreffen:
Dienstag 19.4.; 26.4. , 10-12 Uhr (Besuch verpflichtend)
Ort: Medienraum, 1020, KW5,
Tutorium 2 Std wöchentlich bis 7.6. einschließlich (Besuch verpflichtend)
Programm:
Freitag, 29. April
10 Uhr Treffpunkt Raum 1020 KW5
11.30 Erste Runde der vorbereiteten (exemplarischen) Kurz-Referate und Diskussionen zu Themen wie:
a) Architektonische Vorbilder /Vorzeichnungen
b) Literarische Vorbilder
c) Die Entdeckung des Mittelalters seit der Mitte des 18. Jahrhunderts
d) Volkslied und Liederhandschrift
e) Blickpunkt Ruine
(weitere werden noch ergänzt)
14 Uhr Einführung vor Ort durch Fr. Dr. Arnold (Schloss Wilhelmshöhe) in den Planungsstand Wiedereinrichtung etc.
16.30 Resümee
a) Bestimmen der -Spielstätten- für Juni 2011
b) Fragen sammeln, Fragen Katalog entwickeln
c) Zusammensetzung der einzelnen Gruppen
18.00 - 20 Uhr erste workshop Phase:
Die jeweiligen Gruppen überlegen in einer Art brainstorming die Auswahl von möglicherweise vorzutragenden Texten, klären den historischen und mentalen Kontext, aus dem heraus die Löwenburg entstanden ist, formulieren Fragen und überlegen Antworten
Samstag, 30. April
10.00 gegenseitige Vorstellung der workshop Überlegungen
Diskussion
11.30 Uhr zweite workshop Phase:
Arbeit in den einzelnen Gruppen an den Texten. Bzw. Besuch in der graphischen Sammlung, um die Planungsphasen des Gebäudes an den Plänen zu erarbeiten
15 Uhr
Erprobungsphase in Rollenspielen (je Gruppe 3 Paare/7 min): Dabei wird es darum gehen, Wissen an Laien verständlich zu vermitteln, auf Fragen zu antworten, begründet zu argumentieren.
Danach muss ein Fragenkatalog erstellt und das Arbeitsprogramm für Mai-bis 4. Juni festgelegt werden.
FB 02 Institut für Germanistik
Interesse und Engagement für die Umsetzung germanistischer Forschung in eine (szenische) Gestaltung, die für ein Laienpublikum verständlich Wissen aufbereitet
Uni Kassel
SoSe 2011
Germanistik/Deutsch
Germanistik HF
Prof. Dr.
Brinker von der Heyde Claudia