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Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar Modelle moralischer Begründung

Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer

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Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer' hatte schon Schopenhauer seiner Ethik als Motto vorangestellt. Wie also sind die mit moralischen Überzeugungen typischerweise verbundenen Forderungen und Soll-Sätze zu rechtfertigen? Ein Typ von Moralbegründung meint, dass man solche Forderungen nur rechtfertigen kann, indem man zeigt, dass es für den Normaddressaten starke prudentielle Gründe gibt, so zu handeln. Dieses Begründungsmodell werden wir in zwei radikal unterschiedlichen Spielarten diskutieren - anhand des real-kontraktualistischen Modells von Peter Stemmer und anhand des rationalen Altruismus von Christoph Fehige. Dagegen meint Richard Hare, dass man bei der Moralbegründung nicht unmittelbar nach motivierenden Gründen für das entsprechende Handeln, sondern zuerst nach einer Logik des moralischen Denkens suchen muß. Wer überhaupt moralisch reden will, so seine These, muß sich der dieser Kommunikationsform immanenten Logik beugen, in der Präskriptivität und Universalisierbarkeit eine zentrale Rolle spielen. Hares Überzeugung ist, daß man mit der Freilegung dieser Logik ein wirkungsvolles Werkzeug für die Herstellung eines rationalen moralischen Einverständnisses bekommt. Das Seminar wird deshalb die von Hare behauptete Verbindung zwischen moralischem Denken und Utilitarismus zu überprüfen haben. Hier wird auch die Analyse der beiden Ebenen des moralischen Denkens - der intuitiven und der kritischen - eine wichtige Rolle spielen. Behandelt werden ausgewählte Abschnitte aus: - P. Stemmer: Handeln zugunsten anderer (de Gruyter) - C. Fehige: Soll ich? (Reclam) - R.M. Hare: Freiheit und Vernunft (stw); Moralisches Denken (Suhrkamp) - J.L. Mackie: Ethik (Reclam) FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2010 Philosophie Prof. Dr. Pfannkuche Walter