Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Paul Celan Dichten Übersetzen
Celans Dichtung ist einem Wort Werner Hamachers zufolge -philologische Poesie-. Seine Gedichte sprechen stets auch von den Bedingungen ihrer eigenen Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit. Sie benennen nicht etwas, sondern – wie Hamacher schreibt – sie bringen den Bestimmungsgrund des Sprechens selbst...
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Jetzt Lernplan erstellenCelans Dichtung ist einem Wort Werner Hamachers zufolge -philologische Poesie-. Seine Gedichte sprechen stets auch von den Bedingungen ihrer eigenen Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit. Sie benennen nicht etwas, sondern – wie Hamacher schreibt – sie bringen den Bestimmungsgrund des Sprechens selbst zur Sprache. Damit thematisieren sie immer auch schon die Frage, wie sie eigentlich zu lesen seien. Auf diese Weise kommt auch Celan selbst als Leser anderer Dichtung und als Übersetzer der Gedichte anderer ins Spiel.
Übersetzen wird von Celan zunehmend als ein Übersetzen von einem Ufer zum anderen ausgeschrieben; Lesen wird dabei häufig zu einem buchstäblichen Auflesen bzw. Nachlesen von Resten. Indem diese Reste aufgelesen und gewendet werden, geht es um das Öffnen der Sprache auf etwas, was in ihr notwendig ungesagt bleibt und vielleicht nur mehr ertastet werden kann.
Mit diesen kurzen Ausführungen ist das Fragefeld skizziert, das uns bei unserer Erkundung von Celans Gesamtwerk begleiten soll. Erreicht werden soll nicht nur ein Überblick über die Entwicklung von Celans dichterischem Schreiben von den frühen Bänden Der Sand aus den Urnen (1948), Mohn und Gedächtnis (1952) bis hin zum letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Band Lichtzwang (1970). Insbesondere wollen wir an ausgewählten Gedichten das Lesen und Übersetzen herausarbeiten, wie es in dieser Dichtung gedacht wird und dann in einem weiteren Schritt dieses Lesen und Übersetzen wiederum in Bezug auf Celans Lektüren und Übersetzungen (hierbei werden seine Übersetzungen von Baudelaire, Mallarmé, Apollinaire, Char und Eluard in Betracht zu ziehen sein) überdenken.
ECTS:
BA AVL: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet)
MA AVL: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet/ mit Essays od. Referat, unbenotet)
MA NF AVL: 6 ECTS (ohne Hausarbeit, unbenotet)
MA Profilbereich: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet)
Auswahlbibliographie:
Zum Einstieg empfohlen:
Witte, Bernd, -Der zyklische Charakter der Niemandsrose von Paul Celan. Vorschläge zu einer Lektüre-, in: Amy D. Colin (Hg.): Argumentum E Silentio. International Paul Celan Symposium, Berlin 1986, S. 72-86.
Weitere Sekundärliteratur:
Bollack, Jean, Paul Celan. Poetik der Fremdheit, Wien 2000.
Derrida, Jacques, Schibboleth. Für Paul Celan. Aus dem Französischen von Wolfgang Sebastian Baur. Passagen, Wien 2012.
Levine, Michael G., A Weak Messianic Power. Figures of a Time to Come in Benjamin, Derrida, and Celan. Fordham University Press, New York 2014.
Menninghaus, Winfried, Paul Celan. Magie der Form. Suhrkamp, Frankfurt 1980.
Schestag, Thomas, Mantisrelikte. Blanchot, Fabre, Celan. Urs Engeler, Basel 1998.
Szondi, Peter, Celan-Studien. Hg. Jean Bollack mit Henriette Beese, Wolfgang Fietkau, Hans-Hagen Hildebrandt, Gert Mattenklott, Senta Metz, Helen Stierlin. Suhrkamp, Frankfurt 1972.
Hamacher, Werner und Menninghaus, Winfried (Hg.), Paul Celan, Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1988; darin etwa Werner Hamacher, -Die Sekunde der Inversion. Bewegungen einer Figur durch Celans Gedichte-, S. 81-126.
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik (2010):
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
Anmeldung
Der Kurs wird als Blockveranstaltung an der Venice International University auf der Insel San Servolo angeboten und findet in der Woche vom 18. bis 22. Mai 2015 statt. Zur Vorbereitung wird sich der Kurs zuvor treffen, unter anderem um Referate zu vergeben. Die Kosten für An- und Abreise sowie für die Übernachtung können von der LMU übernommen werden. Voraussetzung dafür ist aber eine erfolgreiche Bewerbung um Fördermittel. Näheres hierzu erfahren Sie von Ihrem Dozenten. Sollten Sie also Interesse an diesem Kurs haben, dann melden Sie sich bitte bis 7. Februar 2015 mit einem kurzen Motivationsschreiben bei Dr. Michael Auer unter der Adresse meauer@lmu.de oder bei Prof. Judith Kasper unter der Adresse judith.kasper@lmu.de.
ACHTUNG: Die erste Vorbesprechung zur Vorbereitung der Bewerbung um finanzielle Förderung des Seminars an der VIU durch lehre@lmu.de findet schon am 9. Februar 2015 von 10 - 12 h statt. Treffpunkt ist das Büro von Prof. Kasper, Raum 202 in Schellingstraße 7 um 10h 10.
Weitere Termine:
22.4 und 6.5. von 16-18 h (Raum wird noch bekannt gegeben)
Downloads
DateinameBeschreibunggültig vongültig bis
Abtretungserklärung Vorlage.docx Abtretungserklärung
Anagraphische-Daten.docx Anagraphische Daten Maske
BeispieleProjektantrag.pdf Projektantrag Beispiele
Celan_Ansprache Bremer Literaturpreis_Der Meridian.pdf Celan Bremer Rede
Hamacher_Wasen. Um Celans Todtnauberg(1).pdf Hamacher Wasen
Schestag Men Schen Schnitte.pdf Schestag Men schen
Ex Tempore FINAL.pdf Vortrag von Michael Levine
Rilke Grabspruch.pdf Rilke Text Viehweg
Borchardt Ode mit dem Granatapfel.pdf Borchardts Ode mit dem Granatapfel
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Kasper, Judith , Dr.
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik (2010):
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM), MA Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
SoSe 2015
Dr.
Auer Michael