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Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar Straße Macht Politik Massenproteste Jugendunruhen und Vorstadtkrawalle in Frankreich Forschungsseminar

Das Seminar hat zum Ziel, Studierenden den Reiz des eigenständigen Forschens näher zu bringen. Für ein Frankreichthema eignet sich kaum ein Ort besser dafür als die Frankreich-Bibliothek am Deutsch-Französischen Institut (DFI) in Ludwigsburg, die wohl führende deutsche Informations- und Dokumentationseinrichtung...

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Das Seminar hat zum Ziel, Studierenden den Reiz des eigenständigen Forschens näher zu bringen. Für ein Frankreichthema eignet sich kaum ein Ort besser dafür als die Frankreich-Bibliothek am Deutsch-Französischen Institut (DFI) in Ludwigsburg, die wohl führende deutsche Informations- und Dokumentationseinrichtung zum aktuellen Frankreich und zum deutsch-französischen Verhältnis. Dankenswerterweise stellt das DFI seine vorzügliche Infrastruktur zur Verfügung und bietet der -Forschergruppe- aus Kassel neben einer Einführung in die Recherchemöglichkeiten und Dienstleistungen einen eigenen Seminarraum zur Diskussion und Präsentation der Ergebnisse sowie ein kleines Rahmenprogramm. Inhaltlich geht es um -Straßen-Politik- in Frankreich von den ersten Banlieue-Unruhen und den Massendemonstrationen für das Privatschul-Statut in den frühen 1980er Jahren über die massiven Proteste von Eisenbahnern und anderen Beschäftigungsgruppen im öffentlichen Dienst 1993 bis hin zu den jüngsten landesweiten Vorstadtkrawallen Ende 2005 und der Massenmobilisierung von Schülern und Studierenden gegen das Ersteinstellungsgesetz Contrat Première Embauche (CPE) im Frühjahr 2006. Auf der Folie einer säkularen Tradition französischer -Straßen-Politik- seit den Bauernaufständen Mitte des 14. Jh. soll herausgearbeitet werden, welche politisch-kulturellen Muster einem solchen Vorgehen französischer Bürger zugrunde liegen. Läßt sich -die Straße- in Frankreich als ein verinnerlichter Raum zur Durchsetzung politischer Anliegen von Menschen begreifen, die sich in der -Großen Politik- unzureichend repräsentiert sehen? Als weithin akzeptierter Machtbegrenzer einer Exekutive, die sich in Augen mancher Bürger gelegentlich am Rande der Willkür bewegt? Welche tieferen Ursachen und konjunkturellen Faktoren müssen zusammenkommen, damit -die Straße- zum Faktor von Politik wird und abgehobene Elitenpolitik mit bürgernaher Massenmobilisierung kollidiert? Welche sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg von Protestbewegungen? Einführende Literatur: Jean-Jacques Becker, Crises et alternances 1974-2000, 2. Auflage, Paris (Seuil) 2002; Mathias Bernard, La France de 1981 à 2002. Le temps des crises?, Paris (Le Livre de poche) 2005; Pierre Bréchon / Annie Laurent / Pascal Perrineau (Hg.), Les cultures politiques des Français, Paris (Presses de Sciences Po) 2000; Olivier Duhamel, Le pouvoir politique en France, 5. Auflage, Paris (Seuil) 2005; Olivier Fillieule, Stratégies de la rue. Les manifestations en France, Paris (Presses de Sciences Po) 1997; Dietmar Hüser, Plurales Frankreich in der unteilbaren Republik - Einwürfe und Auswüchse zwischen Vorstadt-Krawallen und Kolonial-Debatten, in: Frankreich-Jahrbuch 19 (2006) S.9-30; Adolf Kimmel / Henrik Uterwedde (Hg.), Länderbericht Frankreich, 2. Auflage, Bonn (BzPB) 2005; Jacques Marseille, Du bon usage de la guerre civile en France, Paris (Perrin) 2006; Danielle Tartakowsky, Le pouvoir est dans la rue. Crises politiques et manifestations en France, Paris (Aubier) 1998. Bemerkung Die Teilnehmerzahl ist auf 15 beschränkt. Der Eigenbeitrag pro Person wird bei ca. 65 Euro liegen. Die Voranmeldung ist obligatorisch und erfolgt im Sekretariat bei Frau Göttlicher: NP1, R. 2305, oder per Mail: c.goettlicher@uni-kassel.de FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SS 2009 Western European History Romanische Philologie NF Prof. Dr. Hüser Dietmar