Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Von der Metapher zum Welt Bild 8211 Poetische Bildlichkeit im Einflussbereich des Surrealismus
Die Dichter des Surrealismus haben mit ihren poetischen Verfahren die Kraft des sprachlichen Bildes erweitert und oftmals diesen Prozess mit theoretischen Überlegungen untermauert. Diese poetischen Verfahrensweisen haben sich dann nach 1945 Autoren innerhalb und außerhalb Frankreichs zu Eigen gemacht und...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDie Dichter des Surrealismus haben mit ihren poetischen Verfahren die Kraft des sprachlichen Bildes erweitert und oftmals diesen Prozess mit theoretischen Überlegungen untermauert. Diese poetischen Verfahrensweisen haben sich dann nach 1945 Autoren innerhalb und außerhalb Frankreichs zu Eigen gemacht und weiterentwickelt. Im Seminar sollen daher einige literarische und programmatische Texte der Surrealisten zu Wort kommen, um dann die gewonnenen Erkenntnisse für literarische Arbeiten von Autoren der Nachkriegszeit fruchtbar zu machen. Surrealistische Verfahren hinsichtlich Metapher, Metonymie, Chiffre, Rätsel sind etwa: die -écriture automatique- (quasi automatisches Schreiben mit der Zielsetzung den Bewusstseinsstrom zu minimieren); die Erweiterung der beiden Bildbereiche einer Metapher oder von Metaphern-Folgen; Transformation von festen Bildern (Redewendungen) hin zu chiffrierten Bildern; freie Assoziationen, die feste Sprachbildvorstellungen aufbrechen und hin zum -Wunderbaren- / -Merveilleux- führen. Alles in allem soll das surrealistische Sprachbild als Teil der -konvulsivischen Schönheit- (-la beauté convulsive-) beim Rezipienten Geist, Körper und Sinne erregen und ein anderes, ein -neues- Welt-Bild ergeben. Für den Surrealismus werden im Seminar Texte u. a. von André Breton, Louis Aragon, Paul Eluard, Philippe Soupault und Hans Arp zu Wort kommen.
Die Schriftsteller, die surrealistische Verfahren nach 1945 aufgreifen, sind die französischen Lyriker René Char und Yves Bonnefoy; die deutschsprachigen Autoren Paul Celan, Friederike Mayröcker, H. C. Artmann und Ror Wolf. Bei den beiden amerikanischen Autoren William Carlos Williams und Robert Creeley sollte man dann von einer Art -minimalistischem Surrealismus- ausgehen. Außerdem werden zum Bereich Metaphernmodell, Metaphorologie im Seminar auch Texte der Theorie vorgestellt. Ziel des Seminars ist es, eine Bestandsaufnahme poetischer Bildlichkeit moderner Lyrik und Prosa zu geben, bei der Verfahren des Surrealismus eigenständig weiterentwickelt wurden.
Für das Seminar wird ein Reader mit den zu behandelnden Texten erstellt.
Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen.
ECTS:
BA: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet)
MA: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet/ mit Essays od. Referat, unbenotet)
MA NF : als P 1: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet)
als P 2: 6 ECTS (ohne Hausarbeit, unbenotet)
MA Profilbereich: 6 ECTS (mit Hausarbeit, benotet)
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
LMU München
WiSe 1617
Trojan Andreas