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Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar Wissen und Wissensvermittlung im 17 Jahrhundert

In der aktuellen Diskussion über die -Wissensgesellschaft- wird Wissen als eine Ressource verstanden, an der alle Teile der Gesellschaft teilhaben sollen. Die erfolgreiche Vermittlung von Wissen gilt als notwendige Voraussetzung für das Funktionieren der modernen, dem internationalen Wettberwerb ausgesetzten Gesellschaft....

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In der aktuellen Diskussion über die -Wissensgesellschaft- wird Wissen als eine Ressource verstanden, an der alle Teile der Gesellschaft teilhaben sollen. Die erfolgreiche Vermittlung von Wissen gilt als notwendige Voraussetzung für das Funktionieren der modernen, dem internationalen Wettberwerb ausgesetzten Gesellschaft. Der Ursprung dieses Anliegens liegt in der Frühen Neuzeit. Mit dem 17. Jahrhundert befasst sich das Seminar mit einer Zeit, in der sich unser moderner Wissenschaftsbegriff durchsetzt, von einem auch durch religiöse Vorgaben geprägten Forschen zu einem (jedenfalls vermeintlich) voraussetzungslosen, an der ‚Natur der Dinge’ orientierten Denken und Arbeiten. Zu keiner Zeit aber war Wissen etwas Statisches, das wie Steine am Wegesrand der Forscher liegt, die es lediglich aufheben und in Büchern präsentieren müssen. Was Wissen – was wissenswert - ist, wird in der fachlichen und gesellschaftlichen Diskussion ausgehandelt. Im Wissensbegriff einer jeweiligen Zeit spiegelt sich ihre geistige Ordnung der Dinge. Da Wissen überwiegend sprachlich gebunden ist, also durch Texte vermittelt wird, sollen im Seminar an Texten die Inhalte und Formen der Wissensvermittlung untersucht werden: Was gilt als wissenswert, als eine -Tatsache-? Wie wird zwischen Tatsachenbeschreibung und Meinung unterschieden? Wie finden gesellschaftliche (politische, religiöse, ästhetische usw.) Überzeugungen Eingang in die fachliche Beschreibung? Wie werden Argumente sprachlich präsentiert? Wie bilden sich wissenschaftliche Disziplinen? Wer sind die Akteure, wer die Empfänger der Wissensvermittlung? Im Rahmen des Seminars ist eine Exkursion zur Herzog-August-Bibliothek nach Wolfenbüttel, der bedeutendsten europäischen Bibliothek für das 17. Jahrhundert, geplant (17.-20. Mai). An ihr können 18 Studierende teilnehmen. Wir werden dort Gelegenheit haben, intensiv mit Originaltexten aus der Zeit zu arbeiten. Literatur Andreas Gardt (1999): Geschichte der Sprachwissenschaft in Deutschland. Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Berlin, New York. Marcus Hundt (2000): Spracharbeit im 17. Jahrhundert. Spracharbeit im 17. Jahrhundert. Studien zu Georg Philipp Harsdörfer, Justus Georg Schottelius und Christian Gueintz. Berlin, New York. Peter von Polenz (2000): Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. 3 Bde. Berlin, New York 1991, 1994, 1999 (2. Aufl. Bd. 1: 2000). Band II: 17. und 18. Jahrhundert. Dirk Niefanger (2000): Barock. Stuttgart. (Lehrbuch Germanistik). FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel SoSe 2010 Germanistik/Deutsch Germanistische Sprachwissenschaft Prof. Dr. Gardt Andreas