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Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar Wissenschaft und Öffentlichkeit in Europa und in den USA seit 1970

Es gibt immer wieder Konflikte zwischen Wissenschaft und politischer Öffentlichkeit, aber in jüngster Zeit scheinen sie sich zuzuspitzen – etwa mit der Guttenberg-Affäre, der Auseinandersetzung um die Exzellenz-Initiative an deutschen Universitäten oder dem Streit in den USA über die Stammzellen-forschung...

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Es gibt immer wieder Konflikte zwischen Wissenschaft und politischer Öffentlichkeit, aber in jüngster Zeit scheinen sie sich zuzuspitzen – etwa mit der Guttenberg-Affäre, der Auseinandersetzung um die Exzellenz-Initiative an deutschen Universitäten oder dem Streit in den USA über die Stammzellen-forschung und die Finanzierung islamwissenschaftlicher Institute durch Länder, die dem Islam nahestehen. Das Seminar lotet das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in transatlantischer Perspektive seit ca. 1970 aus. In diesem Seminar fassen wir dieses Verhältnis als eine Beziehung zwischen zwei Sphären, die jeweils einer eigenen professionsspezifischen -Logik- folgen: Die politische Öffentlichkeit widmet sich der Bewältigung von Krisen einer staatlich verfaßten Gemeinschaft. Hier hat die Profession des Journalismus ihren Ort. Die Wissenschaft als Profession widmet sich der Bewältigung von Erkenntniskrisen. Ihr geht es also nicht um die Bewältigung praktischer (politischer) Krisen. Beide Sphären beanspruchen Unabhängigkeit voneinander, auch wenn sie (legitmatorisch, finanziell, usw.) aufeinander angewiesen sind. Es handelt sich um eine stets prekäre Beziehung. Störungen ergeben sich etwa dann, wenn die politische Öffentlichkeit der Wissenschaft bestimmte Forschungsfragen nahelegt oder ihr gar aufzwingt oder wenn Wissenschaftler dann die Erkenntnisziele ihres Faches aus dem Blick verlieren. Dies kann dazu führen, daß Wissenschaftler Anerkennung zunehmend über die Öffentlichkeit und die Medien suchen. Anhand von Materialanalysen untersuchen wir in diesem Seminar, ob und wie sich der Habitus von Wissenschaftlern und Journalisten als Protagonisten ihrer Sphären in Deutschland und den USA verändert haben. Dabei werden zwei Fächer ins Zentrum gerückt, und zwar die Stammzellenforschung und die Islamwissenschaft. Das Seminar steht im Zusammenhang mit dem von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekt -Professionalization and Deprofessionalization in the Public Context of Science since 1970. A Case-Based Analysis of Four Research Fields in the US and in Germany: Astrophysics, Stem Cell Research, Islamic Studies, and Posttraumatic Stress Disorder (PTSD)” an der Universität Tübingen und an der University of California, Los Angeles (UCLA). Ben-David, Joseph. The Scientist’s Role in Society: A Comparative Study. Chicago: Chicago University Press, 1984. Jasanoff, Sheila. Designs on Nature: Science and Democracy in Europe and the United States. Princeton: Princeton University Press, 2005. Oevermann, Ulrich. -Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professionalisierten Handelns,” in Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns, ed. Arno Combe and Werner Helsper. Frankfurt: Suhrkamp, 1996, 70-182. –––––. -Wissenschaft als Beruf-, in Studienstiftung des Deutschen Volkes (Hg.), Jahresbericht 2002 – Fakten und Analysen. Köln: Studienstiftung, 2003, 20-38. Weingart, Peter. Die Wissenschaft der Öffentlichkeit. Essays zum Verhältnis von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit. Velbrück: Velbrück Wissenschaft, 2005. Bemerkung Die Zulassung zur Prüfung erfolgt nach der zweiten Seminarsitzung. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2012/13 Anglistik/Englisch Jansen Axel