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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Literatur und Film im Deutschunterricht

Es gibt im Schulalltag viele Gründe für die Einbeziehung von Filmen in den Deutschunterricht. Didaktische Konzeptionen zur Filmanalyse nun müssen von der Beobachtung ausgehen, dass einer inflationären Bilderflut eine meist naive und unreflektierte Rezeption dieser Bilder gegenübersteht. Die Entwicklung einer...

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Es gibt im Schulalltag viele Gründe für die Einbeziehung von Filmen in den Deutschunterricht. Didaktische Konzeptionen zur Filmanalyse nun müssen von der Beobachtung ausgehen, dass einer inflationären Bilderflut eine meist naive und unreflektierte Rezeption dieser Bilder gegenübersteht. Die Entwicklung einer angemessenen Sprache zur Beschreibung und Reflexion kommunikativer Funktionen dieses Mediums steht dementsprechend im Mittelpunkt. Dabei wird der Film als symbolische Form begriffen, die sich aus den Produktions- und Rezeptionsbedingungen dieses Mediums ergibt. Zum anderen soll der kritische Umgang mit dem Medium so sein, dass das Vergnügen an der Sache und die Erfahrungen der Schüler Ernst nimmt. Film als symbolische Form Bilder sind (semiotisch gesehen) bedeutungstragende Einheiten und damit (komplexe) Zeichengebilde. Insofern lassen sich Filme als Zeichenverknüpfungen und damit als Texte auffassen. Schon die Wendung von der ‘Sprache der Bilder' macht darauf aufmerksam. So sehr dieser zeichentheoretische Ansatz auch überzeugt, so darf aber die Gefahr, die mit ihm verbunden ist, nicht übersehen werden. Sie besteht darin, entsprechend diesem Ansatz das Augenmerk vor allem auf Isolierung und Klassifikation bedeutungstragender Einheiten zu richten. Das Besondere der filmischen Semiose kommt so aber nicht genügend in den Blick. Mit der Theorie der symbolischen Formen kann der semiotisch-strukturalistische Ansatz so erweitert und modifiziert werden, dass die Eigenheiten der filmischen Form deutlich werden können. Demnach wäre der Film eine Form der (visuellen) Repräsentation, die dazu tendiert, sich selbst als das Repräsentierte auszugeben. Erzählkino Das Erzählkino hat eine herausragende Bedeutung gerade auch für den Umgang der SchülerInnen mit diesem Medium. Zudem hat das filmische Erzählen nach seiner Krise in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance erlebt und prägt das Medium auf besondere Weise. Sich im Deutschunterricht auf die Erzählstrategien und –strukturen im Film zu konzentrieren, hat einen weiteren Grund in der Nähe des filmischen und literarischen Erzählens, die nicht bloß eng verwandt sind, sondern sich auch in vielfältiger Weise gegenseitig beeinflusst und Impulse gegeben haben. Literaturhinweise: U. Hick, Geschichte der optischen Medien, München 1999. K. Hickethier, Film- und Fernsehanalyse, 2., überarb. Auflage, Stuttgart/Weimar 1996. J. Paech, Literatur und Film, Stuttgart 1988. F. Truffaut, Mr. Hitchcock, Wie haben Sie das gemacht?, München 1992 (Paris 1966). LeistungsnachweisHinweise zur (qualifizierten) Teilnahme an der Lehrveranstaltung - Kontinuierliche Teilnahme und Mitarbeit. - Lektüre ausgewählter Primärtexte. - Lektüre ausgewählter (Standard-)Sekundärtexte: - Erarbeitung eines didaktischen Ansatzes unter Bezugnahme auf Primärtexte.. a) im Rahmen einer Hausarbeit oder b) als (schriftliche) Vorbereitung und Nachbereitung einer Sitzung. FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel SS2006 Dr. Fehr Wolfgang