Uni-Siegen
14. März 2017Humanities 2.0 8211 Konzeption und Entwicklung einer digitalen Arbeitsumgebung für Geisteswissenschaftler
Mit der Digitalisierung von Bibliotheken und Medienarchiven sowie der Verfügbarmachung von -Born Digital--Materialien im Internet vollzieht sich ein umfassender Wandel der Produktion, Distribution und Rezeption kulturellen Wissens. Um die Potentiale dieses Wandels angemessen zu nutzen, ist zweierlei nötig: Zum einen...
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Jetzt Lernplan erstellenMit der Digitalisierung von Bibliotheken und Medienarchiven sowie der Verfügbarmachung von -Born Digital--Materialien im Internet vollzieht sich ein umfassender Wandel der Produktion, Distribution und Rezeption kulturellen Wissens. Um die Potentiale dieses Wandels angemessen zu nutzen, ist zweierlei nötig: Zum einen müssen die historischen und gegenwärtigen Bedingungen erforscht werden, die die Genese kulturellen Wissens begünstigen. Zum anderen müssen die so gewonnenen Befunde anhand experimenteller Tools und Arbeitsumgebungen erprobt werden, da die Effekte vieler Softwareprodukte besonders im Bereich der geisteswissenschaftlichen Arbeit oft ganz andere sind als man erwartete. Herkömmliche Suchmaschinen etwa mögen zwar große Datenmengen zu bestimmten Stichworten herbeischaffen, erschweren aber durch ihre listenartige Präsentationsform gerade diejenigen geistigen Vorgänge (wie Exploration, Inspiration und Interpretation), die kulturelles Wissen generieren. Um also eine wirklich sinnvolle digitale Arbeitsumgebung für Geisteswissenschaftler zu schaffen, müssen Forschung und Entwicklung in einem Prozess wechselseitiger Überprüfung zusammengeführt werden.
Die Veranstaltung ist deshalb bewusst so angelegt, dass Studierende des Medienkultur- und des HCI-Masters kooperieren, wobei der Akzent der einen eher auf der Forschungs- und derjenige der anderen auf der Entwicklungsseite liegt. Für die Medienkultur-Studierenden besteht der Leistungsnachweis am Ende des zweisemestrigen Forschungsprojekts in der Erstellung einer Buchpublikation, für die HCI-Studierenden jeweils am Semesterende in der Entwicklung von experimentellen -Knowledge Discovery Tools” (KDT), die wir so nennen, weil die Hervorbringung von Wissen ein Ent-decken ist, ein Ent-hüllen dessen, was unter der Oberfläche der Daten an relevanter Information verborgen ist.
Die Codozenten Monika Fleischmann und Wolfgang Strauss gehören zu den international renommiertesten Medienkunstpionieren und Entwicklern von KDTs und sind vielfach prämiert. U.a. erhielten Sie den IF-Communication Design Award für Ihre Anwendung -Medienfluss” und wurden damit für den Designpreis der Bundesrepublik nominiert. Ihre eTeaching-Plattform -netzspannung.org” wurde in 2010 als virtueller Ort in -Deutschland, Land der Ideen” ausgezeichnet. Mit der -Semantic Map- wurde ein Tool zur Erschliessung von Information und zum Entdecken inhaltlicher Verbindungen als visuelles Navigationssystem für den Datenraum entwickelt, das von Nobelpreisträger Theodor W. Hänsch als eines der -100 Produkte der Zukunft - vorgestellt wird. (s. http://fleischmann-strauss.de/).
Spezielle Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Vorausgesetzt wird aber die Fähigkeit und Bereitschaft, mit frei gewählten Tools wie HTML-Editoren, Datenbanksoftware (FileMaker, MS Access), Photoshop, Moodle, Flash oder dergl. experimentelle Anwendungen zu erstellen.
Matussek, Peter, Univ.-Prof. Dr.
Universität Siegen
WiSe 2010/11
Medienkultur, Master, PO 2006
Medienkultur, Master , Teilzeit, PO 2009
Prof. h.c.
Fleischmann Monika h.c