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Uni-Siegen
14. März 2017

Jesu Wirken in Wort und Tat nach den Synoptikern VL Evangelium

Mittlerweile ist die seit mehr als zwei Jahrhunderten blühende historische Jesusforschung in eine erneute Krise geraten. Zunehmend werden den historisch arbeitenden Exegeten die Methoden und die Resultate ihrer eigenen (Re)Konstruktionen fraglich. Die seit dem linguistic turn in den Geschichtswissenschaften laufenden...

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Mittlerweile ist die seit mehr als zwei Jahrhunderten blühende historische Jesusforschung in eine erneute Krise geraten. Zunehmend werden den historisch arbeitenden Exegeten die Methoden und die Resultate ihrer eigenen (Re)Konstruktionen fraglich. Die seit dem linguistic turn in den Geschichtswissenschaften laufenden Debatten werden zunehmend auch in der Exegese rezipiert – mit noch unabsehbaren Folgen für Methodik und Aufgabenstellung der Zunft. Es erscheint zunehmend als naiv oder gar ideologisch, mit historischen Methoden einen -echten- oder -wahren-, eben -den (!) historischen- Jesus -hinter- den antiken Texten rekonstruieren und dem Jesus Christus des Glaubens entgegensetzen zu wollen. Daneben zeigen aktuelle Buchtitel, dass gegenwärtig der -fremde- (K. Berger), beziehungsweise der -unbequeme Jesus- (M. Reiser) Konjunktur hat, der vor seiner kirchlichen -Verharmlosung- (G. Lohfink) in Schutz zu nehmen ist. Vor dem Hintergrund dieser Debatten stellt sich die Vorlesung zunächst einer eher bescheidenen Aufgabe. Es geht darum, Grundlinien des öffentlichen Wirkens und der Verkündigung Jesu in Galiläa anhand der synoptischen Evangelien zu rekonstruieren und in den Kontext des pluralen Judentums seiner Zeit einzuordnen. Dabei soll auch über aktuelle Diskussionen in der historischen Jesusforschung informiert und der Versuch unternommen werden, ein Profil Jesu zu umreißen, wie es unter Anwendung historischer Techniken gewonnen werden kann. Inhaltlich geht es zunächst um Jesu Herkunft und Familie sowie um sein Verhältnis zu Johannes dem Täufer, sodann um den Anbruch der Gottesherrschaft als wichtigem Inhalt seiner Verkündigung. Das Wirken und die Verkündigung Jesu werden dann unter Überschriften wie -Jesus und der Vater-, -Jesus und die Dämonen-, -Jesus und das Essen-, -Jesus und die Zwölf-, -Jesus und Sexualität-, -Jesus und Männer (und Frauen)- dargestellt, dabei werden sowohl die Formen seiner Verkündigung (Gleichnisse) als auch die verschiedenen Gattungen der narrativen Jesusüberlieferung behandelt. Ebner, M., Jesus von Nazareth. Was wir von ihm wissen können, Stuttgart 22007. Hengel, M./Schwemer, A.M., Jesus und das Judentum, Tübingen 2007. Lohfink, G., Jesus von Nazareth. Was er wollte, wie er war, Freiburg 2011. Schröter, J., Jesus von Nazareth. Jude aus Galiläa, Retter der Welt, Leipzig 42008. Stegemann, W., Jesus und seine Zeit (Biblische Enzyklopädie 10), Stuttgart 2010. Strotmann, A., Der historische Jesus. Eine Einführung (UTB), Paderborn 2012. Wengst, K., Der wirkliche Jesus? Eine Streitschrift über die historisch wenig ergiebige und theologisch sinnlose Suche nach dem -historischen- Jesus-, Stuttgart 2013. Katholische Theologie - Biblische Theologie Universität Siegen WiSe 2013/14 Univ.-Prof. Dr. Weidemann Hans Ulrich