Uni-Kassel
14. März 2017Kompaktseminar Das Gymnasium heute Entwicklungslinien Reformen Alternativen
Das Gymnasium gilt heute vielen als prima Schulform, weil es das attraktivste Programm einer kognitiv anspruchsvollen Grundbildung biete. Durch die Betonung der Leistungsfähigkeit seiner Schülerschaft und durch die zentrale Bedeutung, die dem Umgang mit Wissen beigemessen wird, profiliert sich das...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Gymnasium gilt heute vielen als prima Schulform, weil es das attraktivste Programm einer kognitiv anspruchsvollen Grundbildung biete. Durch die Betonung der Leistungsfähigkeit seiner Schülerschaft und durch die zentrale Bedeutung, die dem Umgang mit Wissen beigemessen wird, profiliert sich das Gymnasium als Schule, die besonders gut auf die Herausforderungen der sogenannten Wissensgesellschaft antworten könnte. In der Wahrnehmung vieler Schülerinnen und Schüler wird der gymnasiale Unterricht aber oft als langweilig oder irrelevant empfunden, gleichzeitig leiden Schülerschaft und auch Lehrkräfte unter dem hohem Leistungsdruck und der Stofffülle, die durch zentrale Prüfungen und Schulzeitverkürzungen weiter verstärkt werden dürften. Regelmäßig gesellen sich dazu die Klagen über den vermeintlichen Niveauverlust durch zu viele, zu verschiedene oder schlicht ungeeignete Gymnasiasten und Gymnasiastinnen. Man ruft dann nach Wiederherstellung des alten Niveaus, der alten Einheit von Bildung, der alten Einheitlichkeit der Anforderungen - und man deckt damit unwissentlich die eigentliche Krise überhaupt erst auf, nämlich, dass man die veränderte gesellschaftliche Funktion der höheren Bildung und ihrer Anstalten nicht erkannt und verstanden hat, so Hartmut von Hentig (1980, S. 48) und weiter: Nicht, wie man den einstigen Zustand wieder herstellt, sondern wie man im neuen Zustand einen Teil der alten philosophischen Bildung des Individuums ermöglicht, das ist die Aufgabe. Durch die Diskussion gegenwärtiger gymnasialer Entwicklungslinien, Reformen und Alternativen soll die von Hentig beschriebe Aufgabe Programm des Seminars werden.
Baumert, Jürgen & Peter Martin Roeder, Rainer Watermann (2005): Das Gymnasium - Kontinuität im Wandel. In: Cortina, Kai S. & Jürgen Baumert, Achim Leschinsky, Karl Ulrich Mayer, Luitgard Trommer (Hg.): Das Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland. Strukturen und Entwicklungen im Überblick. Hamburg. 2. Aufl. S. 478-524.
Hentig, Hartmut von (1980): Die Krise des Abiturs und eine Alternative. Stuttgart.
BemerkungRegelungen zur Teilnahmebegrenzung:
1.Entweder erfolgreiche Teilnahme am Seminar Das Gymnasium - von der Eliteschule zur höheren Volksschule im WiSe 07/08 oder Rezension eines dieser Bücher: Margret Kraul: (1984): Das deutsche Gymnasium 1780-1980. Frankfurt a.M. oder
Gass-Bolm, Thorsten (2005): Das Gymnasium 1945-1980. Bildungsreform und gesellschaftlicher Wandel in Westdeutschland. Göttingen. Die Rezension (mind. 3 Seiten schriftl. Ausarbeitung) muss vor Beginn des ersten Kompakttermins abgegeben werden und dient dazu, einen Einblick in die historische Entwicklung des Gymnasiums zu bekommen. 2. Teilnahme an der Vorbesprechung
3. Bereitschaft zur aktiven Teilnahme im Seminar (z.B. durch Übernahme eines Referats) Sollten Sie den Vorbesprechungstermin verpasst haben, ist eine Anmeldung per E-mail möglich. Teilnahmeschluss ist der 23. März. Bis dahin muss eine verbindliche Anmeldung per E-mail an klomfass@uni-kassel.de erfolgt sein. Schulstufenbezug: L3
FB 01 Institut für Erziehungswissenschaft
Uni Kassel
SS 2008
Kernstudium
FB 01 Institut für Erziehungswissenschaft
Dr.
Klomfaß Sabine