Uni-Kassel
14. März 2017Kompaktseminar Masterplan Daseinsvorsorge Neues Planungsinstrument zur Anpassung der Infrastrukturen im demografischen Wandel
Ein Phänomen der Spätmoderne ist der Rückgang der Einwohnerzahlen. Bei gleichzeitiger Bevölkerungskonzentration in großen Stadtagglomerationen schrumpfen insbesondere ländliche Regionen einschließlich ihrer Klein- und Mittelstädte. Für sie steht eine demografiebedingte Restrukturierung der Infrastrukturplanung an. Mobilitätsdienste, Schulen, Gesundheit, Abwassersysteme, Brandschutz und vieles...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenEin Phänomen der Spätmoderne ist der Rückgang der Einwohnerzahlen. Bei gleichzeitiger Bevölkerungskonzentration in großen Stadtagglomerationen schrumpfen insbesondere ländliche Regionen einschließlich ihrer Klein- und Mittelstädte. Für sie steht eine demografiebedingte Restrukturierung der Infrastrukturplanung an. Mobilitätsdienste, Schulen, Gesundheit, Abwassersysteme, Brandschutz und vieles mehr müssen an verringerte Nutzerzahlen und veränderte Nutzerbedürfnisse angepasst werden.
Das Kompaktseminar befasst sich mit dem in den vergangenen Jahren neu entwickelten Planungsinstrument des -Masterplans Daseinsvorsorge- und wird von zwei Experten geleitet: Michael Glatthaar hat in vielen dieser Projekte die Prozessmoderation und Gesamtverantwortung übernommen, Martin Albrecht ist Spezialist für Modellrechnungen zur Anpassung einzelner Infrastrukturen bis hin zu Kosten-Nutzen-Abwägungen, die als Grundlagen für politische Entscheidungsprozesse erarbeitet werden.
Daher werden neben fachlichen Erörterungen auch konkrete Beispiele und Beispielmodellierungen in das praxisnahe Modul einfließen.
Zentral für die regionalen Entscheidungsprozesse in vom demografischen Wandel besonders betroffenen Regionen ist jeweils die Frage nach Konzentration oder Dezentralisierung verbunden mit Fragen der Erreichbarkeit bzw. alternativen Angebotsformen (Experimenten). Standards der Daseinsvorsorge, wie beispielsweise die gesetzlich vorgegebenen Hilfsfristen im Themenfeld Brandschutz oder die in einigen Ländern vorgegebene maximale Beförderungsdauer für Schüler/innen sind dabei ebenso zu berücksichtigen wie Standards bzw. Vorgaben der Regionen (jede selbständige Gemeinde sollte eine Grundschule haben).
Neben den inhaltlichen Herausforderungen geht es vor allem auch um häufig emotional geführte Diskussionen, um innerregionale Verteilungskämpfe und Frage nach kooperativem Handeln. Die differenzierten Analysen der jeweiligen Infrastrukturen helfen dabei meist, eine Diskussion zu versachlichen, lösen aber noch nicht die Frage nach Verteilungsgerechtigkeit bzw. der Zukunftsfähigkeit von -Verliererregionen-.
Im Kompaktseminar ist vorgesehen, zwei Akteur/innen aus ausgewählten Modellregionen des BMVBS-Programms -Region schafft Zukunft- einzuladen und neben dem Blick auf Prozessmanagement und Modellrechnungen vor allem den Fragen nach politischen Entscheidungsprozessen, möglichen Erfolgen und der Verstetigung nachzugehen. Außerdem sollen Einblicke in Vorgehensweise, Auswahl von Themen, Datenmanagement, methodisches Vorgehen sowie Akteurskonstellationen vermittelt werden.
Erwartet wird neben der aktiven Teilnahme am Kompaktseminar, der Beteiligung in Form eines Kurzreferats bzw. einer exemplarischen Modellrechnung auch das Verfassen einer eigenständigen Arbeit sowie die Präsentation dieser im Rahmen eines Wochenendseminars (Freitag/ Samstag).
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
WiSe 2013/14
Architektur
Dr.
Glatthaar Michael