Lernziel: Grundlegend für die Auseinandersetzung mit der Medienkritik in diesem Seminar ist die These, dass »Medienkritik so alt wie ihr Gegenstand. Mit Beginn jener historischen Zeitphase, in der institutionalisierte Medien über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg die Kommunikationsprozesse vermitteln, ist...
Was lernst du wirklich?
In diesem Seminar tauchst du tief in die Geschichte und Theorie der Medienkritik ein, von der Antike bis heute. Du lernst, wie Medien schon immer hinterfragt wurden und wie diese Kritik selbst immer medial verankert ist. Wir diskutieren zentrale Positionen, insbesondere aus sozialwissenschaftlicher Perspektive, um zu verstehen, wie Medien und ihre Kritik unsere Gesellschaft prägen.
Das wirst du lernen
Die historische Entwicklung der Medienkritik von der Antike bis zur Gegenwart nachvollziehen.
Die These verstehen und diskutieren, dass Medienkritik untrennbar mit den Medien selbst verbunden ist.
Zentrale Positionen und Theorien der Medienkritik, insbesondere aus sozialwissenschaftlicher Sicht, analysieren.
Die Rolle von Medienkritik für die gesellschaftliche Meinungsbildung und politische Prozesse bewerten.
Argumente für und gegen die Unabhängigkeit von Medienkritik von ihrem Gegenstand formulieren.
Passende Berufsfelder
Journalismus und MedienredaktionMedienforschung und -analyseÖffentlichkeitsarbeit und KommunikationPolitikberatung und politische BildungWissenschaft und Lehre im Bereich Medien- und Kommunikationswissenschaft
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Lernziel:
Grundlegend für die Auseinandersetzung mit der Medienkritik in diesem Seminar ist die These, dass »Medienkritik so alt wie ihr Gegenstand. Mit Beginn jener historischen Zeitphase, in der institutionalisierte Medien über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg die Kommunikationsprozesse vermitteln, ist diese Vermittlungsfunktion mit Skepsis beobachtet worden« (Stefan Müller-Doohm). Zur Erläuterung dieser These kann auf ein prominentes historisches Beispiel verwiesen werden: Gegen den Gebrauch der Schrift als einem damals neuen Medium bringt Platon im Phaidros vor, sie schwäche – indirekt – das Gedächtnis, führe aber v.a. zu Vermittlungsproblemen, da auch in der Thematik Unkundige einen Text lesen, jedoch auf Grund mangelnder Sachkenntnis oder wegen unterschiedlicher Lebenserfahrungen dessen Sinn und das vom Autor Gemeinte kaum erfassen können. Kritischen Vorbehalten gegen historisch jeweils Neue Medien hatte Platons Schriftkritik damit die paradigmatische Form gegeben.
Medienkritik gibt es prinzipiell in allen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit der Wirklichkeit der Medien auseinander setzen. Medienkritik ist dabei immer medial verfasst, setzt voraus, was sie kritisiert bzw. braucht den Gegenstand ihrer Kritik als Existenzberechtigung. Medienkritik bleibt also stets an den zu kritisierenden Gegenstand gebunden, kann insofern keine Metaposition einnehmen – so ist etwa Sprachkritik stets sprachlich vermittelte, die sich der Sprache bedient. Diskutiert werden muss daher, ob die Inhalte und Maßstäbe der Medienkritik wirklich nicht unabhängig von den jeweils zu kritisierenden Medien formuliert werden können.
Ziel dieses Seminars ist es, zentrale Positionen der Medienkritik (von der Antike bis zur Gegenwart) vorzustellen und zu diskutieren. Der Fokus liegt hierbei auf der Tradition sozialwissenschaftlicher Medienkritik, die mit der Marxschen Diskussion des Themas Pressefreiheit und Zensur bzw. seiner medialen Öffentlichkeitstheorie sowie Albert Schäffles Thesen zur Konstitution von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung durch die Presse in der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzt und ihre aktuellste (gesellschafts- und medientheoretische) Form in Marcus S. Kleiners Konzept der Medien-Heterotopien findet.
Anforderungen:
Im Zentrum des Seminars stehen Textarbeit und Theoriediskussion. Es wird daher von allen Teilnehmern erwartet, dass sie regelmäßig am Seminar teilnehmen, die jeweilige Basislektüre gründlich vorbereiten, sich aktiv an der Diskussion beteiligen, sich über das Seminar hinaus mit dem Thema Medienkritik befassen, eigene Recherchen in die Diskussion einbringen und bereit sind, eine Seminarpräsentation zu übernehmen.
Basislektüre:
Marcus S. Kleiner (2006), Medien-Heterotopien. Diskursräume einer gesellschaftskritischen Medientheorie, Bielefeld.
Marcus S. Kleiner (Hrsg.) (2010), Grundlagentexte zur sozialwissenschaftlichen Medienkritik, Wiesbaden.
Ein Reader mit der Basisliteratur , die im Seminar behandelt werden, wird auf Moodle zur Verfügung gestellt (also nicht die Referatsliteratur ). Diese Texte müssen von allen Teilnehmern gelesen werden und werden in Prüfungen vorausgesetzt.
Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2006
Universität Siegen
SoSe 2010
Medienwissenschaft
Dr.
Kleiner Marcus S