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Uni-Siegen
14. März 2017

Kritiken schreiben im 21 Jahrhundert

Die fragliche Zukunft des Journalismus und des Feuilletons ist seit Jahren in aller Munde: Der Umsatz gedruckter Zeitungen geht zurück, Redaktionen werden verkleinert oder ganz geschlossen. Wer möchte für die Lektüre von Rezensionen überhaupt noch Geld bezahlen, wo doch bei...

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Die fragliche Zukunft des Journalismus und des Feuilletons ist seit Jahren in aller Munde: Der Umsatz gedruckter Zeitungen geht zurück, Redaktionen werden verkleinert oder ganz geschlossen. Wer möchte für die Lektüre von Rezensionen überhaupt noch Geld bezahlen, wo doch bei -Amazon.de- unter jedem -Produkt- genügend Leute ihre -Meinung- darüber kundgetan haben, so dass sich die -Kunden- gratis ein Bild davon machen können, ob sie es -kaufen- wollen? Es geht hier nicht nur um den Kauf von Produkten, sondern vor allem um die Kunst des Lesens: Um sich im Zeitalter der Neuen Medien als werdender Autor zurechtzufinden, muss man zunächst einmal lernen, die Qualität und den Wert publizistischer Texte bzw. unterschiedlichster Schreibformen im Netz genau auseinanderzuhalten. Die Ästhetik literarischer Werke kenntnisreich zu rezensieren, ist etwas anderes, als deren Wahrnehmung als bloßer Ware das Wort zu reden, ohne die jeweilige Bewertung in irgendeiner nachvollziehbaren Weise zu begründen. Wichtige Strategien, die sich angehende Kulturjournalisten für ihr eigenes Schreiben aneignen sollten, wenn sie einmal erfolgreich als Literaturkritiker arbeiten wollen, werden in dieser Übung erprobt – in erster Linie durch die Diskussion selbst geschriebener Rezensionen, aber auch durch die systematisch vorangetriebene Zeitungslektüre bzw. gemeinsame Internet-Recherchen. Dafür sollen unter anderem auch die Feuilletons wichtiger Tages- und Wochenzeitungen sowie maßgebliche literaturvermittelnde Websites von den TeilnehmerInnen vorgestellt werden. Teilnahmevoraussetzung ist die Verfassung und spätere Überarbeitung mindestens einer Rezension zu einem 2013 oder 2014 erschienenen Roman. Bitte meiden Sie dabei Krimi-, Nonsens- oder Fantasyliteratur: Zu dem von Ihnen rezensierten Buch muss zumindest auf der Website www.perlentaucher.de bereits eine Besprechung in einer der wichtigen Tages- oder Wochenzeitungen angezeigt werden. Der Text sollte nicht mehr und nicht weniger als 4.000 Zeichen (mit Leerzeichen) umfassen. Ein selbst formulierter Titel und ein Untertitel der Rezension, der nicht mit dem Romantitel identisch ist, sowie die bibliografischen Angaben zum besprochenen Buch dürfen dabei als unerlässliche Paratexte nicht vergessen werden. Die Proberezension muss zu Beginn des Semesters verfasst und zur Diskussion im Plenum bereitgestellt werden. Bitte unter Angabe von Verfassername, Telefonnummer und E-Mailadresse. In der letzten Sitzung des Semesters müssen schließlich Überarbeitungen aller im Laufe der Lehrveranstaltung eigens verfassten Texte vorliegen, welche die in der Übung erfolgte Kritik des Plenums berücksichtigen. Regelmäßiges Erscheinen, die wöchentliche Vorstellung verschiedener Artikel aus den Feuilletons und die Beteiligung an den kritischen Diskussionen aller behandelten Probearbeiten ist Voraussetzung zum Scheinerwerb. Lektüreempfehlung: Stephan Porombka: Kritiken schreiben. Ein Trainingsbuch. Konstanz 2006. Germanistik - Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut Fachspezifischen Bestimmungen und Modulhandbuch notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen. Universität Siegen WiSe 2014/15 Priv.-Doz. Dr. Süselbeck Jan Priv Doz