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Uni-Hannover
14. März 2017

Kultursoziologie des Körpers und Sports C

Hybrid bodies in cyborg sports? Hybride Existenzen sind schon längst keine Zukunftsvisionen mehr aus dem Sciensfiction Genre. Die amerikanische Biologin und Feministin Donna Haraway dreht das Bild vom Mensch-Technik- (die Cyborg) bereits zu Beginn der 1990er Jahre offensiv ins Positive....

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Hybrid bodies in cyborg sports? Hybride Existenzen sind schon längst keine Zukunftsvisionen mehr aus dem Sciensfiction Genre. Die amerikanische Biologin und Feministin Donna Haraway dreht das Bild vom Mensch-Technik- (die Cyborg) bereits zu Beginn der 1990er Jahre offensiv ins Positive. Die Hybride entziehen sich nämlich jenen affirmativen Festlegungen, die Grundlage von Herrschaft und Unterdrückung seien. Der Bioethiker Andy Miah fordert in seinem Buch -Genetically modified Athletes- (2004) konsequent die Freigabe des Gendopings. Erst mit Hilfe von Gendoping, so seine These, sei wirkliche Chancengleichheit im Sport möglich, da nur damit die -natürlichen- genetischen Vorteile einzelner Spitzensportler_innen für alle ausgeglichen werden könnten. Die Ausgrenzung gentechnisch veränderter Menschen aus dem Wettkampfsport käme genetischer Diskriminierung gleich (Miah 2004, S. 166). Auch der schwedische Sportwissenschaftler Kutte Jönsson argumentiert, erst Gendoping mache es möglich, `Sport jenseits von Geschlecht(ergrenzen)´ (-sport beyond gender-) und damit auch jenseits der Diskriminierung nach Geschlecht zu denken - und verweist dabei auf trans- und intersexuelle Sportler_innen, denen untersagt wurde, an Frauenwettkämpfen teilzunehmen (Jönsson 2010, S. 249-259). Sowohl Miah als auch Jönssen beziehen sich in ihrer Argumentation auf Haraway und ihre Cyborg-Metapher. In der Dämonisierung liege zudem die Gefahr der gesellschaftlichen Ausgrenzung und Abwertung von -Cyborgs-. Denn vor allem Haraway macht sich dafür stark, die gesellschaftlichen Konsequenzen der technischen Entwicklungen, wie den verschärften ökonomischen Zugriff auf die Körper, in den Blick zu nehmen und hier kritisch und konstruktiv neue Entwicklungsperspektiven zu reflektieren. So dient in dem Seminar der/die Cyborg als ideale Denkfigur, um eine traditionell essentialistische und naturalistische Sport- und Körperkultur hinsichtlich aktueller Entwicklungen wissenschaftlich zu reflektieren und die zukünftige Tragfähigkeit zu diskutieren. Haraway, D. J. (1995) Cyborg Manifesto. Milano: Feltrinelli. Jönsson, K. (2010): Sport beyond gender and the emergence of cyborg athletes. Sport in Society: Cultures, Commerce, Media, Politics, 13(2), S. 249-2595 Miah, A. (2004): Genetically modified athletes: biomedical ethics, gene doping and sport. Routledge: Abingdon. Sport, Prüfungspool Universität Hannover SoSe 2016 Prof. Dr. phil. Günter Sandra phil