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Uni-Siegen
14. März 2017

Kunstmaschine Louvre Vom Salon Carr nach Abu Dhabi

Unbestritten gehört der Louvre zu den berühmtesten Museen der Welt - ein Umstand, der nicht allein auf seinen umfassenden Sammlungsbestand zurückzuführen ist, sondern auch auf architektonischer, institutioneller und politischer Ebene zum Tragen kommt. Zudem beansprucht der Louvre eine historische Vorreiterrolle...

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Unbestritten gehört der Louvre zu den berühmtesten Museen der Welt - ein Umstand, der nicht allein auf seinen umfassenden Sammlungsbestand zurückzuführen ist, sondern auch auf architektonischer, institutioneller und politischer Ebene zum Tragen kommt. Zudem beansprucht der Louvre eine historische Vorreiterrolle für dasjenige, was heute als Kunstmuseum verhandelt wird. Damit werden gleichzeitig für die Kunstgeschichtsschreibung wesentliche Fragen aufgeworfen. Diese betreffen etwaige Überlegungen zum Kunststatus unterschiedlicher Ausstellungsobjekte, die Art und Weise der Sammlungspräsentation oder eine je zeitgemäße Ausstellungsarchitektur. Ferner erweist sich der Louvre, seit er im 17. Jahrhundert seiner Rolle als Residenz verlustig geht, als ein Ort, an dem gerade Bilder nicht nur planmäßig gesammelt, als Kunst ausgestellt und zunehmend wissenschaftlich erfasst, sondern eben auch hergestellt, also gemalt und gezeichnet, fotografiert und reproduziert werden. Hier sei stellvertretend auf die lange im Louvre ansässige Académie Royale de Peinture et de Sculpture und die von ihr in bald regelmäßigen Abständen veranstalteten Salons, auf die zahlreichen Kopisten und Kunststudenten gerade in der Grande Galerie, auf die Gemälde Hubert Roberts oder auch auf fotografische Arbeiten, etwa von Edouard Baldus und Willy Ronis, von Candida Höfer und von Thomas Struth, verwiesen. Schließlich zeigt die Baugeschichte des Louvre, warum der Ort nicht minder prominent als seine bekanntesten Exponate ist: Von den politischen Wirren zu Zeiten der Revolution über die Gestaltung des Nouveau Louvre Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin zur Durchführung des Grand Louvre in den 1980er Jahren hat die ehemalige Residenz der französischen Könige Architekten und Stadtplaner, Politiker und Reisende sowohl begeistert als auch herausgefordert. Inwiefern dies gleichermaßen für die ehrgeizigen und nicht unumstrittenen Projekte Louvre Lens und Louvre Abu Dhabi gilt, welche beide 2012 eröffnet werden, bleibt abzuwarten. Ziel des Seminars soll es sein, der Kunstmaschine Louvre durch die Jahrhunderte zu folgen: architektur-, institutionen-, sammlungs- und bildgeschichtlich. Gabriele Bartz/Eberhard König: Louvre. Kunst und Architektur, Potsdam (Ullmann) 2005. [kostengünstiger Überblick, zur Anschaffung empfohlen] Kunstwissenschaft Die Teilnahme an der Einführungsveranstaltung am 13. April 2011 ist Vorraussetzung für die weitere Teilnahme an dem Blockseminar!!! Referat oder Hausarbeit. Universität Siegen SoSe 2011 Kunst Dr. Buschhaus Markus