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14. März 2017La Dolce Morte Dario Argento und seine Filme
-La Dolce Morte- ist der Titel von Mikel J. Kovens Abhandlung über den Giallo-Film, einer typisch italienischen Spielform trivialer Kriminalfiktion. Diese Thriller konnten nach erfolgreicher Publikation auf dem Buchmarkt auch im Kino Fuß fassen und besonders in den siebziger Jahren...
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Jetzt Lernplan erstellen-La Dolce Morte- ist der Titel von Mikel J. Kovens Abhandlung über den Giallo-Film, einer typisch italienischen Spielform trivialer Kriminalfiktion. Diese Thriller konnten nach erfolgreicher Publikation auf dem Buchmarkt auch im Kino Fuß fassen und besonders in den siebziger Jahren nachhaltigen Einfluss auf den europäischen Genrefilm ausüben.
Neben Mario Bava, dem Urvater des Giallo, gehört der Regisseur Dario Argento zu den bedeutendsten Vertretern dieses Genres. Seit über 40 Jahren erobern sich seine Horrorthriller zunehmend ein internationales Publikum. Berüchtigt aufgrund ihrer häufigen Darstellung extremer physischer Gewalt und gleichsam gefeiert, wegen ihrer eigenwilligen, beeindruckenden mise-en-scène, sind die Filme Argentos aus der Diskussion über den modernen Horrorfilm nicht mehr wegzudenken.
Nach seinen Anfängen als Drehbuchschreiber (u.a. -Spiel mir das Lied vom Tod- von Sergio Leone) wurde Argento 1970 mit seinem Regiedebut -Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe- zum internationalen Aushängeschild für den Giallo-Thriller und gleichzeitig zum Wegbereiter von dessen amerikanisierter Form, die unter dem Begriff 'Slasher-Film' bekannt ist. Bereits in dieser ersten Schaffensperiode etablierte sich Argento als Auteur innerhalb des Genrefilms und entwickelte eine signifikante Handschrift:
Typisch für einen Argento-Film ist die Brechung mit gängigen Erzählkonventionen und die Reduzierung der Handlung auf ein simples Gerüst. Vielmehr richtet sich das Interesse des Regisseurs auf Stil und Form des Films (Kameraführung, Montage, Musik), ein opernhaft-barockes Set-Design und die hoch artifizielle, theatrale Zelebrierung blutiger Morde. Argentos performatives Kino hält die Balance zwischen Genre- und Arthousefilm.
Dario Argento inspirierte u.a. solche bekannten Filmemacher wie Alejandro Jodorowsky, Brian De Palma, Martin Scorsese, John Carpenter, Guillermo del Toro, Darren Aronofsky oder Quentin Tarantino.
Im Seminar soll anhand ausgewählter Filme besonders das performative Kino Argentos und sein unkonventioneller Stil (besonders die Verweigerung gegenüber etablierter Sehgewohnheiten) genauer beleuchtet werden. Ferner richtet sich das Interesse auf die Entwicklungen der Argento'schen Handschrift im Laufe der Filmographie.
Gracey, James: Dario Argento, Hertfordshire 2010 (Anschaffungsempfehlung)
McDonagh, Maitland: Broken Mirrors / Broken Minds. The Dark Dreams of Dario Argento, London 2010 (Anschaffungsempfehlung)
Gallant, Chris (Hg.): The Art of Darkness. The Cinema of Dario Argento, Surrey 2001
Hope, William (Hg.): Italian Cinema, Bern 2005
Koven, Mikel J.: La Dolce Morte. Vernacular Cinema and the Italian Giallo Film, Oxford 2006
Thoret, Jean-Baptiste: Dario Argento. Magicien de la peur, Cahier du cinéma 2008
http://www.bildaufzeit.de
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