Uni-Hannover
14. März 2017Landschaftsarchitektur Entwerfen und Geschichte Baustein Entwerfen
Entwerfen ist eine intensive geistige (denken, formulieren) und körperliche (zeichnen, modellieren, bauen) Auseinandersetzung mit einem Ort; es kann ähnlich wie das Erlernen eines Instruments nicht durch eine Vorlesung gelehrt werden, sondern nur durch das Üben am Objekt. Als erstes grundlegendes...
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Jetzt Lernplan erstellenEntwerfen ist eine intensive geistige (denken, formulieren) und körperliche (zeichnen, modellieren, bauen) Auseinandersetzung mit einem Ort; es kann ähnlich wie das Erlernen eines Instruments nicht durch eine Vorlesung gelehrt werden, sondern nur durch das Üben am Objekt. Als erstes grundlegendes Entwurfsmodul für Bachelorstudierende konzipiert, werden die Studierenden in einer stufenweisen Herangehensweise an die Komplexität des Entwerfens herangeführt.
Im Verlauf des Moduls werden verschiedene Übungen absolviert die die Komplexität des Entwerfens in räumlich-gestalterische Einzelaspekte zerlegen und abschnittsweise erfassbar machen. Dabei werden wichtige Aspekte der Landschaftsarchitektur und –planung wie Baubarkeit, Funktionalität oder Nachhaltigkeit bewusst ausgeklammert, um in diesem Basismodul auf die Grundkompetenz des landschaftsarchitektonischen Entwerfens fokussieren zu können: die Fähigkeit Freiraum räumlich-ästhetisch ansprechend zu formen.
Während des ganzen Semesters werden die Studierenden in vier Einzelübungen an einem fiktiven Innenhof (25m x 40m), der von vierstöckigen Gebäuden gerahmt wird, arbeiten. Es ist eine generische Situation nicht nur möglich in Hannover, sondern in vielen Städten auf der Welt. Die Nutzung des Innenhofs bleibt undefiniert. Drei der vier Gestaltungsübungen erfordern die funktionsfreie Komposition von Bodenfläche, Vegetationsstruktur und Topographie des Innenhofs. In einer vierten finalen Übung werden diese drei Kompositionsübungen miteinander synthetisiert. Alle Kompositionen werden im Modell im Maßstab 1:100 entwickelt. Die Fähigkeit zur Variantenbildung wird gefördert sowie die Fähigkeit gewählte Varianten in einem weiteren Verfeinerungsgang zu überarbeiten. Die vier praktischen Übungen werden von einer Vorlesung unterfüttert, die Referenzbeispiele und entwerferische Handlungsstrategien in der Landschaftsarchitektur erläutert. Die Studierenden haben die Möglichkeit in einem der Vorlesung anschließendem Übungsteil am Modell in Kleingruppen zu arbeiten. Dort erhalten sie zu ihren erbrachten Übungsleistungen Einzelkritiken und individuelles Feedback. Die verbale Ausdrucksfähigkeit individueller Entwurfsabsichten und die fachliche Kritisierfähigkeit der eigenen sowie der Vorschläge der anderen werden in diesen Sitzungen eingeübt.
Gemäß der stark interaktiven Konzeption des Moduls ist eine stetige Teilnahme Voraussetzung für ein erfolgreiches Absolvieren.
Gothein, M-L 1925: Geschichte der Gartenkunst. Jena Gröning, G. & Wolschke-Bulmahn, J. 1986: Die Liebe zur Landschaft. Teil I. München Gröning, G. & Wolschke-Bulmahn, J. 1987: Die Liebe zur Landschaft. Teil III. München Gröning, G. & Wolschke-Bulmahn, J. 1987: 100 Jahre Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftspflege (DGGL). Berlin Hennebo, D. & Hoffmann, M.-L. 1965: Geschichte der deutschen Gartenkunst in drei Bänden. Hamburg Lehrgebiet für Landschaftsarchitektur und Entwerfen (Hrsg.) 2003: Kontext Landschaftsarchitektur I. Sammlung wichtiger theoretischer Grundlagentexte im Bereich Landschaftsarchitektur und Entwerfen. Hannover Loidl, H. 2003: Freiräumen. Entwerfen als Landschaftsarchitektur. Basel Professur für Landschaftsarchitektur ETHZ (Hrsg.) 2002: Dieter Kienast - Die Poetik des Gartens. Über Chaos und Ordnung in der Landschaftsarchitektur. Basel, Berlin, Boston Weilacher, U. 2005: In Gärten. Profile aktueller europäischer Landschaftsarchitektur. Basel, Berlin, Boston Berrizbeitia, A.; Pollak, L.1999: Inside - 0utside: Between architecture and landscape. Gälzer, R. 2001: Grünplanung für Städte. Stuttgart. Kienast, D.; Vogt, C. 2000: Aussenräume - Open Spaces. Basel. Kienast, D.; Vogt, C. 2002: Parks und Friedhöfe. Basel. Mader, G. 1999: Gartenkunst des 20. Jahrhunderts. Stuttgart.
Mazzoni, I. 2005: 50 Klassiker Gärten & Parks, Gartenkunst von der Antike bis heute. Hildesheim.-
Weitere Literaturangaben im Anhang der Vorlesungsskripte
Claghorn, Joseph, MLA
Universität Hannover
WiSe 2015/16
König, Evelyn, M. Sc.
Prof. Dipl.-Ing.
Werthmann Christian