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Uni-München
14. März 2017

Lektürekurs Goethes Wahlverwandtschaften

Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften ist derart komplex komponiert, dass selbst namhafte Literaturwissenschaftler nur in ehrfurchtsvollen Tönen über ihn zu sprechen wagen. Auf dem Schauplatz einer ländlichen Idylle inszeniert Goethe ein narratives Experiment, das seinesgleichen sucht. Im Zentrum dieses Experiments stehen...

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Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften ist derart komplex komponiert, dass selbst namhafte Literaturwissenschaftler nur in ehrfurchtsvollen Tönen über ihn zu sprechen wagen. Auf dem Schauplatz einer ländlichen Idylle inszeniert Goethe ein narratives Experiment, das seinesgleichen sucht. Im Zentrum dieses Experiments stehen die titelgebenden Wahlverwandtschaften. Die chemische Metapher dient einerseits zur Beschreibung der Begehrensdynamiken im laborartig konstellierten Sozialgefüge des Romans. Andererseits aber steht mit dem Titel eine metapoetische Dimension auf dem Programm: Die facettenreiche Untersuchung dieser und anderer Formen der Übertragung im Medium der Sprache selbst. Es geht dabei nicht nur um die (letztlich unkontrollierbaren) Kräfte des Begehrens und um medienbewusste Figurationen der Vermittlung. Es geht darüber hinaus um die moderne Gesellschaftsordnung und ihre Ökonomie, um mythopoetische Transformationen, um die Formen der Kunst im Verhältnis zum Roman, um die Leistung der Narration und um vieles mehr. Dieses komplex ineinander gewobene Erzähl- und Diskursgefüge des Romans sukzessive zu erkunden, ist das Ziel des Lektürekurses. Hauptanliegen ist dabei, genaues Lesen einzelner Textpassagen (i.S. eines close readings) einzuüben und die Ergebnisse mit einem kultur- bzw. diskursgeschichtlichen sowie poetologischen Horizont zu verbinden. Zu diesem Zweck sollen auch ausgewählte Beiträge der Forschung diskutiert werden. Die Anschaffung und Lektüre einer kommentierten Edition (s.u.) vor Kursbeginn ist dringend zu empfehlen. Zur Anschaffung empfohlen: Goethe: Die Wahlverwandtschaften. In: Ders.: Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche, hg. von Hendrik Birus u.a., Bd. 8. Frankfurt/M. 1994. [Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch] oder Goethe: Die Wahlverwandtschaften. In: Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens. Münchner Ausgabe, hg. von Karl Richter u.a., Bd. 9. München 1987. [Hanser] Leistungsnachweis Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2010): Das Vorbereitungsmodul für das Abschlussmodul, zu dem dieser Lektürekurs gehört, schließen mit einer Modulprüfung im Rahmen der Forschungsübung ab. Im Lektürekurs gibt es keine eigene Prüfung. M.A. Germanistische Literaturwissenschaft (mit Vertiefung in Neuerer deutscher Literatur und Germanistischer Mediävistik) (vorläufig, weil Satzung noch nicht rechtskräftig): Die Module, die einen Lektürekurs im Master enthalten, schließen mit einer Modulprüfung im Lektürekurs: Kommentarskizze (3.000-4.000 Zeichen). Die Prüfung wird mit -bestanden/nicht-bestanden- bewertet. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis Seminarplan Wahlverw.pdf Seminarplan 15.04.2015 30.08.2015 art_wahlverw_ghb_1.pdf Art. Wahlverwandtschaften GHB 1 15.04.2015 30.08.2015 art_wahlverw_ghb_2.pdf Art. Wahlverwandtschaften GHB 2 15.04.2015 30.08.2015 Hoffmann_Wahlverwandtschaften_Revolutionen.pdf Hoffmann_Zeitalter der Revolutionen 15.04.2015 30.08.2015 Schlaffer_Namen und Buchstaben_Wahlverwandtschaften.pdf Schlaffer_Namen und Buchstaben 15.04.2015 30.08.2015 boehme.pdf Böhme_cultura 15.04.2015 30.08.2015 Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2010): Das Vorbereitungsmodul für das Abschlussmodul, zu dem dieser Lektürekurs gehört, schließen mit einer Modulprüfung im Rahmen der Forschungsübung ab. Im Lektürekurs gibt es keine eigene Prüfung. M.A. Germanistische Literaturwissenschaft (mit Vertiefung in Neuerer deutscher Literatur und Germanistischer Mediävistik) (vorläufig, weil Satzung noch nicht rechtskräftig): Die Module, die einen Lektürekurs im Master enthalten, schließen mit einer Modulprüfung im Lektürekurs: Kommentarskizze (3.000-4.000 Zeichen). Die Prüfung wird mit -bestanden/nicht-bestanden- bewertet. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München SoSe 2015 Grill Oliver Sebastian