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Uni-Hannover
14. März 2017

Lessings Dramen

Mit der Geschichte des deutschsprachigen Dramas ist der Name ‚Lessing‘ auf das Engste verbunden. Ihm wird die titanische Leistung zugesprochen, mit spitzer Feder bewaffnet das Regime der Regelpoetik gestürzt zu haben. An ihrer Stelle installiert er eine Wirkungsästhetik auf den...

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Mit der Geschichte des deutschsprachigen Dramas ist der Name ‚Lessing‘ auf das Engste verbunden. Ihm wird die titanische Leistung zugesprochen, mit spitzer Feder bewaffnet das Regime der Regelpoetik gestürzt zu haben. An ihrer Stelle installiert er eine Wirkungsästhetik auf den Bühnenbrettern, erklärt den mitleidigsten zum besten Menschen, erfindet das bürgerliche Trauerspiel und schafft mit -Miß Sara Sampson- (1755), -Minna von Barnhelm- (1767) und -Emilia Galotti- (1772) Bühnenstücke von so revolutionärer Modernität, dass sie bis heute zum Repertoire der meisten Theater gehören. Aber auch wenn Lessings aufklärerisches Licht noch heute nichts von seiner faszinierenden Strahlkraft verloren hat, wird sein Bühnenwerk doch häufig nur unvollständig ausgeleuchtet. Tritt man aus den philologischen Spotlights der Beschäftigung mit den oben genannten D(r)amen, wird es recht schnell dunkel. Wie sind die anderen Dramen Lessings (der politisch aufgeladene -Philotas- (1759), -Nathan- (1779), die frühen Lustspiele, die Fragmente) in den literatur- und werkgeschichtlichen Kontext einzuordnen? Welche Aspekte zeitgenössischer Dramentheorie verwirft Lessing, welche behält er bei? Und wieso? Entsteht Lessings ‚moderne‘ Dramentheorie aus dem Nichts? Welches sind die geistes- und gattungsgeschichtlichen Voraussetzungen? Diesen Fragen möchte das Seminar nachgehen. Dafür wird eine breite Lektüre von Lessings Dramen angelegt, die weder Höhepunkte noch unbekanntere Texte ausspart. Kontextualisiert wird die Dramenlektüre durch die Beschäftigung mit Lessings dramentheoretischen Texten (-Briefwechsel über das Trauerspiel- (ab 1756), -Hamburgische Dramaturgie- (1767–1768)), aber auch Grundlagentexten (Gottscheds -Versuch einer kritischen Dichtkunst- (1730)) und Rezeptionsdokumenten. SL: Kurzessay; PL: HA. Darstellendes Spiel, Bachelor (fachübergr.) Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover WiSe 2016/17 Deutsch, Master LbS Gelker Nils