Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Bilder und Kunst des Britischen Empire
Mit der Gründung der East India Company um 1600 beginnt in Karten- , Pflanzen- und Tierdarstellungen die spezifische Bildproduktion des Britischen Empire und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem kulturell Anderen. Am Anfang umfasste das Britische Empire lediglich ein paar Übersee-Stützpunkte...
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Jetzt Lernplan erstellenMit der Gründung der East India Company um 1600 beginnt in Karten- , Pflanzen- und Tierdarstellungen die spezifische Bildproduktion des Britischen Empire und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem kulturell Anderen. Am Anfang umfasste das Britische Empire lediglich ein paar Übersee-Stützpunkte und vereinzelte Handelsposten, die sich im Laufe der Zeit kontinuierlich ausdehnen, um dann großflächige Kolonien, verwaltete Protektorate und umfassende Herrschaftsgebiete als ihr Eigentum zu verstehen. 1922 beherrschte das Britische Empire fast ein Viertel der Welt.
In den Seminarsitzungen wird den Bildern und Kunstwerken, die während der Zeit des Empire entstehen, anhand der Themenfelder Karten und Markierungen, Trophäen des Empire, Helden des Empire, Inszenierungen der Macht und das Erbe des Empire nachgegangen. Den Auftakt des Seminars bildet die gemeinsame Textlektüre. Sie dient uns, Positionen der postkolonialen Theorie zu erarbeiten und mit ihnen vertraut werden. Das Ziel ist es das Bild- und Kunstschaffen im Britischen Empire und generell in kolonialen Machtverhältnissen theoretisch fassen zu können und die theoretischen Figuren mit den Bildinterpretationen zu verflechten.
Anhand von Karten und Karten in Gemälden untersuchen wir das Verhältnis von Geographie und Macht. Gemälde von Künstlern wie George Stubbs, Benjamin West und William Hodges stellen exotische Tiere und ethnografische Objekte als Trophäen dar, in Historiengemälden wird die Kriegsführung und die Besitznahme fremder Länder und Menschen den Betrachtenden szenisch vor Augen gestellt. Bekleidung, Accessoires und Dinge in Portraits beispielsweise von Joshua Reynolds und John Singer Sargent behaupten und inszenieren einen Besitzanspruch. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Objekte und Bilder, die von Künstler_innen aus den Kolonien geschaffen wurden und die sich mit der britischen Kolonialmacht auseinandersetzen. Hierzu werden sowohl historische Zeichnungen, Skulpturen und Gemälden in Augenschein genommen als auch Werke von Gegenwartskünstler_innen wie beispielswiese Andrew Gilbert, The Singh Twins, Hew Locke und Sonia Boyce.
Literatur: Artist and Empire, Ausst.-Kat. Tate Britain, London 2015; Paul Gilroy, Postcolonial Melancholia, New York 2004; John MacKenzie, Museums and Empire: Natural History, Human Cultures and Colonial Identities, Manchester 2009; Brandon Taylor, Art for the Nation, Manchester 1999.
Bemerkung
BA 1.0: I b1; I b2; II b1; II b2; III b1; III b2; IV b; IV c
BA 2.0: I c; II b1; II b2; III a; III b1; IV b; IV c; VI a
BA 2.1: II b1; II b2; II c; III a; III b1; IV b; VI a
Leistungsnachweis
Für einen Leistungsnachweis sind die regelmäßige Teilnahme am Seminar, die Bereitschaft, eine Sitzung aktiv zu planen, zu gestalten und durchzuführen sowie die vorbereitende Textlektüre, teilweise auch von englischen Texten, notwendig. Die regelmäßige Anwesenheit in den Seminarsitzungen ist für den Lernerfolg sowie für einen gewinnbringenden Diskussionszusammenhang unerlässlich
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
SoSe 2016
Kunstwissenschaft
Dr.
Förschler Silke