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Uni-Siegen
14. März 2017

Literarische Komik in Mittelalter und Früher Neuzeit

Die Spielräume für Lachen und Komik im Mittelalter unterscheiden sich signifikant von jenen der Moderne: Es gibt mehr und andere Lachverbote, und die -Anlässe- des Lachens (H. Plessner) sind oft auf rituelle Gelegenheiten beschränkt. In der höfischen Kultur, sowie in...

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Die Spielräume für Lachen und Komik im Mittelalter unterscheiden sich signifikant von jenen der Moderne: Es gibt mehr und andere Lachverbote, und die -Anlässe- des Lachens (H. Plessner) sind oft auf rituelle Gelegenheiten beschränkt. In der höfischen Kultur, sowie in der die Antike rezipierenden lateinischen Klerikerkultur gibt es allerdings schon früh eine Lizenz für das gesellige Scherzen, Witz und Ironie, die sich auch literarisch niedergeschlagen hat. Im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit erweitern sich diese Möglichkeiten auch auf die Felder von Satire und Parodie, populäre Fastnachtspiele oder Schwanksammlungen. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Gattungen des Komischen in der deutschen und europäischen Literatur zwischen 800 und 1600, sowie über ihre kulturellen Kontexte. Im Mittelpunkt steht eine Textreihe, die von den Klosterwitzen, den ioca monachorum, über die höfische Komik und die Mären- und Schwankliteratur des Spätmittelalters bis zu den scherzhaften und satirischen Schriften der Humanisten und den gröberen Zoten der Fastnachts- und Neidhartspiele führt. Im Zentrum steht die Frage nach der Beschaffenheit einer literarischen Komik, die Lachen auslöst: Welche Themen, Motive, Figuren werden als komisch inszeniert, und mit welchen rhetorischen, stilistischen und ästhetischen Mitteln? Welches Verhältnis besteht zwischen dem Lachen im Text und dem Lachen über den Text? Wie lassen sich die sozialen und kulturellen Funktionen von Lachen und Komik in der Vormoderne überhaupt beschreiben? Zur Vorbereitung: Jacques LeGoff: Das Lachen im Mittelalter. 3. Aufl. Stuttgart: Klett-Cotta 2008. Germanistik - Mediävistik Universität Siegen SoSe 2015 24 Univ.-Prof. Dr. A Velten Hans Rudolf 24 A