Uni-Siegen
14. März 2017Literarische Sozialisation im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu stärken und zu etablieren ist das Ziel der UNESCO-Weltdekade 2005-2014. Im Fokus steht dabei die Vermittlung von -Werte[n], Wissen und Kompetenzen, die der Einzelne benötigt, um sein Umfeld aktiv und verantwortungsvoll...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu stärken und zu etablieren ist das Ziel der UNESCO-Weltdekade 2005-2014. Im Fokus steht dabei die Vermittlung von -Werte[n], Wissen und Kompetenzen, die der Einzelne benötigt, um sein Umfeld aktiv und verantwortungsvoll zu gestalten- und die -für ein Leben im Sinne der Nachhaltigkeit […] erforderlich sind- (UNESCO).
Geht man mit Leubner und Saupe davon aus, dass -fiktionale/künstlerisch gestaltete Erzählungen […] den Rezipienten mit bislang unbekannten Räumen innerer und äußerer Wirklichkeit vertraut machen- können (Leubner/ Saupe 12) und dass sie -Sichtweisen nahe legen, in denen (scheinbar) Bekanntes der Innen- und Außenwelt neu oder jedenfalls differenzierter erscheint als zuvor- (ebd.), ist es verwunderlich, dass die Rezeption literarischer Umwelttexte weder als Bestandteil einer Bildung für nachhaltige Entwicklung fest im BNE-Konzept verankert noch in den ausgezeichneten Dekadeprojekten von größerer Bedeutung ist. Dadurch bleibt die zentrale Erkenntnis der Kulturökologie unberücksichtigt, dass -Natur und Umwelt kulturell bedingte Konstrukte [sind], an deren Konstituierung `schöne´ Literatur in der Vergangenheit wesentlichen Anteil gehabt hat und die sie heute noch beeinflussen kann- (Goodbody 25). Im Rahmen des Seminars werden wir deshalb literarische Sozialisation als möglichen Baustein einer BNE eingehend untersuchen und das Potential literarisch gestalteter Texte zur Sensibilisierung für Themen der Nachhaltigkeit herausarbeiten. Themenschwerpunkte, Werke und Methoden sollen in Abstimmung mit den Teilnehmern festgelegt werden, um die Identifikation mit dem Seminar zu erhöhen und verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Dem Seminar liegt die Überzeugung zugrunde, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile und Wissens- und Erkenntnisgewinn auf gegenseitigem Austausch beruht. Aktive Teilnahme und eine angemessene Vorbereitung werden deshalb vorausgesetzt.
Germanistik - Literaturdidaktik II
Universität Siegen
WiSe 2014/15
Dr.
Hollerweger Elisabeth