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Uni-Siegen
14. März 2017

Literarische Verarbeitung des Bürgerkrieges

El régimen franquista fue un régimen de venganza y yo quiero denunciar el olvido de esa época, porque creo que no se ha procurado una reparación por todas las injusticias y vilezas cometidas contra la mitad de los españoles. Aquí...

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El régimen franquista fue un régimen de venganza y yo quiero denunciar el olvido de esa época, porque creo que no se ha procurado una reparación por todas las injusticias y vilezas cometidas contra la mitad de los españoles. Aquí aún no se ha pedido perdón por lo que sucedió, esa herida sigue abierta y sobre ella no se puede echar nostalgia ni cierta ‘vaselina’. Está prohibido olvidar. (José Sánchiz Sinisterra in: El Cultural.es, 14.11.2002) In Kriegs- und Krisenzeiten wird Geschichte von Machthabern und Diktatoren (vor)geschrieben – so auch in Spanien während der langjährigen Franco-Diktatur (1939-1975). Die Stimmen der Verlierer wurden zensiert und marginalisiert sowie eine offene Kritik am Regime oder eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit strikt unterbunden. Die erinnerungskulturelle Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse setzt in der Regel etwa eine Generation nach ihrer Beendigung und mit dem allmählichen Aussterben der letzten Augenzeugen ein. In Spanien ist eine zusätzliche Verzögerung zu beobachten, weil kein plötzlicher Bruch mit der Vergangenheit, sondern im Zuge der transición ein allmählicher Übergang stattfand, der mit dem pacto de silencio erkauft wurde. Doch Verschweigen hieß nicht Vergessen und mit zunehmendem zeitlichen Abstand drängte auch in Spanien die Erinnerung an die Oberfläche. Einer der ersten spanischen Autoren, die sich in ihren Dramen kritisch mit Spaniens Vergangenheit auseinandersetzen, ist José Sanchis Sinisterra. Sein 1987 aufgeführtes Werk ¡Ay, Carmela! ist eines der ersten Werke überhaupt, das sich dezidiert gegen den Schweigepakt richtet und das Theater bewusst für eine re-memorización nutzt. Während dieses Werk sich breiter Berühmtheit erfreut, ist ein anderes, das im Seminar einen Schwerpunkt bilden wird, weit weniger bekannt: Das Drama Terror y miseria en el primer franquismo (erste Aufführung 2002) beschreibt in 9 Bildern auf innovative Weise den Alltag nach dem Bürgerkrieg und entwirft so ein komplexes Portrait des franquistischen Spaniens der 1940er Jahre. Es entstand im Rahmen eines Theaterprojekts unter Zusammenarbeit von Sanchis Sinisterra mit einer semiprofessionellen Theatergruppe spanischer LehrerInnen, dem Teatro del Común. Der didaktische Impetus dieses Werks und seine Bedeutung für die Erinnerungsarbeit in der heutigen spanischen Gesellschaft werden im Seminar ebenfalls diskutiert. Weitere Werke, die den spanischen Bürgerkrieg und die Zeit danach thematisieren, werden von den Teilnehmer/innen frei ausgewählt und in kreativen Präsentationen (nicht: Referate!) ins Seminar eingebracht. Romanisches Seminar Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut Fachspezifischen Bestimmungen und Modulhandbuch notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen. Studienleistung: aktive Teilnahme an allen Terminen, kreative Gruppenpräsentation Prüfungsleistung: zusätzlich eine Hausarbeit von 12-15 Seiten, Abgabefrist: 15.08.2014 -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- • Teilnahme an allen Terminen! • Lektüre der unter -Literatur- angegebenen Primär- UND Sekundärliteratur (komplett!) vor Seminarbeginn. • Abgabe von Lektürebögen bis zum 27. März 2014: Ihre Lektüre weisen Sie über ausgefüllte Lektürebögen zu jedem einzelnen Text nach, die Sie mir bis spätestens 27.03. zumailen. Ein leerer Lektürebogen steht als Muster bei moodle bereit. Bitte mailen Sie mich an, ich sende Ihnen das Passwort zu. • Wichtiger Hinweis zu Spanischkenntnissen: Das Theaterstück Terror y miseria en el primer franquismo existiert nicht in deutscher Übersetzung, Sie müssen daher nicht nur für die Lektüre, sondern insbesondere auch für die Interpretation zwingend über ausreichende Spanischkenntnisse verfügen. Universität Siegen SoSe 2014 Dr. Mandler Sabine