Uni-München
14. März 2017Masterseminar Geschlecht in Wissenschaft und Technik Müller
Naturwissenschaft und Technik gelten oft als wertneutral und damit auch als unbeeinflusst durch vorgefasste Meinungen über soziale Kategorien wie Geschlecht, aber auch Ethnizität oder Herkunft. Tatsächlich haben aber zahlreiche Studien in der Wissenschafts- Technikforschung gezeigt, dass gesellschaftliche Ideen über die...
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Jetzt Lernplan erstellenNaturwissenschaft und Technik gelten oft als wertneutral und damit auch als unbeeinflusst durch vorgefasste Meinungen über soziale Kategorien wie Geschlecht, aber auch Ethnizität oder Herkunft. Tatsächlich haben aber zahlreiche Studien in der Wissenschafts- Technikforschung gezeigt, dass gesellschaftliche Ideen über die -Natur- der Geschlechter, ihre als unterschiedlich konzipierten Begabungen, Vorliebe und Potentiale sehr wohl in die Produktion von wissenschaftlichem Wissens und seinen möglichen technischen Anwendungen miteinfließen.
Diese Lehrveranstaltung bietet Einführung in den Themenkomplex Geschlecht in Wissenschaft und Technik, die sich im Fachgebiet der Wissenschafts- und Technikforschung verortet. Wir werden uns damit beschäftigen wie Geschlecht als angenommene Kategorie von Differenz (natur-)wissenschaftlich erforscht wird, welche Rolle dabei gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht spielen und wie naturwissenschaftliche Geschlechterkonzeptionen wiederum gesellschaftliche Geschlechterbilder und Rollenerwartungen mitformen. Der Fokus der Lehrveranstaltung wird dabei auf historischer und gegenwärtiger Forschung zur Kategorie Geschlecht im Feld der Lebenswissenschaften liegen. Wir werden nachvollziehen und hinterfragen wie Vorstellungen von grundlegender geschlechtlicher Differenz, auf etwa evolutionärer, hormoneller oder genetischer Ebene, in der lebenswissenschaftlichen Forschung entstehen und innerhalb von gesellschaftlicher Diskurse zirkulieren.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, intellektuelle Werkezeuge zu erwerben, um kritische Frage nach der Rolle von Geschlecht als Kategorie in und Objekt von natur- und technikwissenschaftlicher Wissensproduktion zu stellen. Das Seminar gestaltet sich lese- und diskussionsintensiv. Die Bereitschaft, auch englischsprachige Literatur zu lesen, wird unbedingt vorausgesetzt.
Indikative Selektion:
• Fine, C. (2010) Delusions of Gender: How Our Minds, Society, and Neurosexism Create Difference. New York: W. W. Norton & Company.
• Fleck, L. (1979 (1935)) Genesis and Development of a Scientific Fact. Chicago/London: Univ. of Chicago Press.
• Haraway, D.J. (1997) ModestWitness@SecondMillennium.FemaleManMeetsOncomouse: Feminism and Technoscience. New York: Routledge.
• Hubbard, R. (1979) Have only men evolved? In: B. Fried, R. Hubbard, and M.S. Henifin (eds.) Women Look at Biology Looking at Women: Cambridge: Schenkman Publishing Co.
• Martin, E. (1991) The Egg and the Sperm: How Science Has Constructed a Romance Based on Stereotypical Male-Female Roles. Signs, 16(3): 485-501.
• Oudshoorn, N. (1994) Beyond the Natural Body: An Archaeology of Sex Hormones. London: Routledge.
• Roughgarden, J. (2004) Evolution’s Rainbow: Diversity, Gender, and Sexuality in Nature and People. Berkeley: University of California Press.
• Schiebinger, L. (1993) Nature's body: Gender in the making of modern science. Boston: Beacon Press.
Bemerkung
Diese Veranstaltung haben wir für Sie und den Studiengang Gender Studies importiert und Ihnen einige Plätze reserviert. Bitte schöpfen Sie Ihre Möglichkeiten zur Prioritisierung bei der Belegungen aus, damit wir die begrenzten Plätze verteilen können.
Leistungsnachweis
Moderation, Essays/Textaufgaben, Rezension
Moderation, Essays/Textaufgaben, Rezension
LMU München
SoSe 2016
Department Institut für Soziologie