Uni-Siegen
14. März 2017Mediengeschichte der Homophobie
Trotz EU-weiter Anti-Diskriminierungsgesetze und einem breiten Aktivismus der LGBT* Community für die gesellschaftliche Anerkennung sexueller Orientierungen jenseits der Heteronormativität, werden in Europa immer wieder Diskriminierungsfälle und auch Gewalttaten, sogenannte hate crimes, gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender usw. bekannt. Das...
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Jetzt Lernplan erstellenTrotz EU-weiter Anti-Diskriminierungsgesetze und einem breiten Aktivismus der LGBT* Community für die gesellschaftliche Anerkennung sexueller Orientierungen jenseits der Heteronormativität, werden in Europa immer wieder Diskriminierungsfälle und auch Gewalttaten, sogenannte hate crimes, gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender usw. bekannt.
Das Seminar erforscht kulturvergleichend mit einem Schwerpunkt auf Deutschland und Osteuropa (Polen) Text- und Bildkonvolute staatlicher, kirchlicher, politischer und künstlerischer Herkunft, die Auskunft geben über Homophobie einerseits und ihre Sichtbarmachung und Bekämpfung andererseits. Wir befassen uns mit der Geschichte der Homosexualität_en, Gender Studies/ Queer Theory, Bilddiskursanalyse und erforschen die Produktion von Bildern, den Umgang mit ihnen und die spezifischen, mit den Bildern verbundenen Emotionalisierungstechniken. Hate Pictures rechtsradikaler Gruppierungen fassen den Homo-Hass ins Bild und werden v.a. durch Medien des Internets verbreitet. Auf diese negativen Bilder reagieren queere Kunstprojekte, HIV/AIDS-Plakate und Kampagnen der Club-Kultur mit positiven Visualisierungen, die der Tabuisierung und Diskriminierung von Homosexualität entgegen wirken wollen. Mit der kulturvergleichenden Historisierung und Analyse des Bilddiskurses zu Homophobie leistet das Seminar einen Beitrag zur Visuellen Kultur und Mediengeschichte.
Im Rahmen des Seminars findet vorraussichtlich am Mittwoch, 1. Juni 2016, 12.30 Uhr eine Exkursion zur Ausstellung Homosexualität_en ins LWL-Museum für Kunst und Kultur nach Münster statt: https://www.lwl.org/LWL/Kultur/museumkunstkultur/ausstellungen/
Darüber hinaus werden wir am Mittwoch, 22. Juni 2016, 17 Uhr eine Führung durch das schwule Köln und seine Geschichte unternehmen: http://www.csgkoeln.org/fuehrungen
Der Seminarplan wird in der 1. Sitzung vorgestellt.
Das Seminar ist für das Gender-Zertifikat geöffnet.
Zur Vorbereitung können Sie sich einlesen:
Deutsches Historisches Museum/ Schwules* Museum (2015): Homosexualität_en, Sandstein: Berlin [Ausstellungspublikation].
Grau, Günter (2011): Lexikon der Homosexuellenverfolgung 1933 – 1945. Institutionen, Kompetenzen, Betätigungsfelder, Lit: Berlin.
Kraß, Andreas (2005): Queer denken, Suhrkamp: Frankfurt a.M.
Micheler, Stefan (2003): Zwischen Camouflage und Provokation. Homosexualitäten in Kunst und Kultur, Männerschwarm: Hamburg.
Mildenberger, Florian u.a. (2014): Was ist Homosexualität?, Männerschwarm-Verlag: Hamburg.
Sontag, Susan (1978): Krankheit als Metapher & AIDS und seine Metaphern, Frankfurt am Main.
Tin, Louis-Georges (2008): The dictionary of homophobia. A global history of gay & lesbian experience, Arsenal Pulp: Vancouver.
Medienwissenschaftliches Seminar
Voraussetzungen
Interesse an einer Mediengeschichte der Homophobie und dem Besuch kulturgeschichtlicher Ausstellungen. Grundkenntnisse in den Bereichen Gender/Queer-Studies sowie Bildforschung und eine rege Diskussionskultur werden vorausgesetzt. 6 KP können durch die Mitarbeit in einer Expertengruppe (3 KP) und eine eigenständige Hausarbeit (3 KP) erworben werden.
Ziele
Vertiefung wissenschaftlicher Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Gender/Queer-Studies, Geschichte der Homosexualität_en und Bildforschung.
Universität Siegen
SoSe 2016
M.A.
Austermann Julia M.A