Mediensozialisation Vermarktung
Zwei der wohl bekanntesten Superheldenverfilmungen - Superman (1978) und Batman (1989) - haben abseits der reinen Genrezuordnung etwas Besonderes gemeinsam: Obwohl sie zu den Blockbustern ihrer Zeit gehören und international mehrere hundert Millionen Dollar eingespielt haben, waren sie in der...
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Jetzt Lernplan erstellenZwei der wohl bekanntesten Superheldenverfilmungen - Superman (1978) und Batman (1989) - haben abseits der reinen Genrezuordnung etwas Besonderes gemeinsam: Obwohl sie zu den Blockbustern ihrer Zeit gehören und international mehrere hundert Millionen Dollar eingespielt haben, waren sie in der Bundesrepublik Nischenprodukte, die kaum jemand sehen wollte. Bis in die späten 1990er Jahre galt, dass Superhelden überall erfolgreich sein können, nur eben nicht in der Bundesrepublik. Das hat sich inzwischen aber deutlich geändert: Superheldenverfilmungen sind seit dem letzten Jahrzehnt auch in Deutschland überaus beliebt, wodurch auch das Ansehen der dazugehörigen Comics und Merchandisingprodukte zugenommen hat.
Dieser Wandel ist aber nicht das Produkt einer passiven Popularisierung, bei der die Superhelden einfach nach und nach ein wenig erfolgreicher werden. Vielmehr sind Superhelden als Produkte durch Werbung und Fernsehserien in den 1990er Jahren gezielt in mitteleuropäische Haushalte gelangt, um die Mediensozialisation direkt im Kinderzimmer mit zu beeinflussen. Das Seminar versucht, die Rückkopplungen zwischen der Mediensozialisation und der Vermarktung von Superhelden auf drei Ebenen zu begreifen: Auf der ersten Ebene geht es darum, die spezifischen Eigenschaften von Superheldennarrativen herauszuarbeiten, um zu überlegen, inwiefern hier die Mediensozialisation und die neue Popularität der Superhelden in Beziehung stehen. Die zweite Ebene beschäftigt sich dann mit der Auswahl verschiedener Superheldenprodukte, die konkret darauf ausgelegt sind, einen deutschsprachigen RezipientInnenkreis an Superheldennarrative heranzuführen. Auf der dritten Ebene gilt es schließlich, zu überlegen, wie die analysierten Produkte in ein größeres Spektrum von Superheldenprpdukte eingearbeitet werden, um so aus FernsehzuschauerInnen schließlich ComicleserInnen oder KinogänmgerInnen zu generieren.
Germanistik Universität Duisburg-Essen SoSe 2014 Dr. Engelns Markus